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Kaviar Gauche.

Bei der aktuellen Kollektion
der beiden Designerinnen
stammt die Inspiration
aus erster Hand:
Kaviar Gauche zitieren
sich selbst.

Autor: Alex Bohn

Backstage bei Kaviar Gauche.

Kurz vor der Modenschau ist wie immer alles anders als geplant. Backstage-Zugang erhält das Team von Kaviar Gauche eine dreiviertel Stunde zu spät. Nur fünfzehn Minuten bleiben bis zum Beginn der Schau. Die Models schminken und frisieren lassen, sie anziehen in den Looks der Frühjahr-Sommerkollektion 2013 und in der richtigen Reihenfolge vor dem Laufsteg aufstellen – niemals klappt das so schnell. Trotzdem sind die beiden Designerinnen ziemlich entspannt. Sie zumindest sind bereits fertig angezogen für die Schau. Beide tragen zarte, weiße Blusen, hoch taillierte, schwarze Hosen mit geradem, weitem Bein aus feiner Seide und beigefarbene Highheels. 

Ihre Haare schillern im gleichen Braunton. Auch wenn noch keines ihrer Models fertig ist: Sie selbst werden eine gute Figur machen, wenn sie am Ende ihrer Schau auf den Laufsteg treten, um den Beifall des Publikums entgegenzunehmen.

© Daniel Mayer

Ein unkonventioneller Start.

Es gibt Designer, die nach ihrer Schau in unförmigen Jeans und getragenen T-Shirts auf den Laufsteg treten. Für sie zählt nur die erfolgreiche Präsentation ihrer Kollektion. Für die Designerinnen von Kaviar Gauche aber zählt Perfektion in jeder Hinsicht. Sie überlassen nichts dem Zufall, sondern treffen alle Entscheidungen selber. So machen Sie es bereits seit der Gründung ihres Labels im Jahr 2004. Die meisten Berliner Jungdesigner zeigen von Anfang an eine vollständige Modelinie. Alexandra Fischer-Roehler und Johanna Kühl debütierten gleichzeitig mit einer hochwertigen Handtaschenkollektion und einer Ready-to-Wear Linie. Schnell machten sie sich einen Namen und entwickelten ihr Markenzeichen: Luxuriöse Handtaschen aus lamellenförmig genähtem Leder. In einer Stadt wie Berlin, in der den durchschnittlichen Käufern für Luxusgüter schlicht das Geld 

fehlt, war das eine eigenwillige Entscheidung. Und eine Richtige. Kaviar Gauche wuchs, etablierte eine eigene Kleiderkollektion und hat mittlerweile eine eigene Brautmodenlinie und ein eigenes Couture-Atelier für Hochzeitskleider. 

© Daniel Mayer

Immer wieder gehen Kaviar Gauche auch Kooperationen ein, aktuell eine mit dem Online-Kaufhaus Zalando. Die Schuhe, die Kaviar Gauche für Zalando entwerfen, sowie ein erster Look, der als Vorgeschmack auf die Kooperation gezeigt wird, feiern an diesem Abend der Kaviar-Gauche Schau ebenfalls Premiere.

Noch aber werden die Models geschminkt und haben weder Schuhe noch Kleider am Leib. Natürlich haben die Designerinnen das Haare-Makeup-Konzept selbst entwickelt. Auch das Styling der Models übernehmen die beiden Designerinnen mit Hilfe eines Stylisten, Christian Stemmler. In dieser Saison haben sie bis zur letzten Minute am Erscheinungsbild der Kollektion gefeilt: „Bis vor einer Woche waren uns die Looks noch viel zu sportlich und unausgewogen. Wir haben die Kollektion umgestellt und überarbeitet“, erzählt Johanna Kühl.

© Daniel Mayer

Die Kollektion Frühling/Sommer 2013.

Jetzt hängt die Kollektion an drei Rollständern. Der erste Eindruck: Viele Kleider, große Materialkontraste, leuchtende Farbtupfer. Übermäßig sportlich sieht auf den ersten Blick nichts aus. Einige Stücke der Kollektion sind aus schwarzem oder weißem Leder und durch Laser-Cut perforiert. Das Leder verleiht der Kollektion einen harten Ausdruck, der ein wenig an die Arbeit des New Yorker Designer Alexander Wang erinnert. Seine Zielgruppe sind toughe Downtown-Damen – und auch Kaviar Gauche hat eine selbstbewusste und starke Kundin im Blick. Aber die Inspiration zu den Lederstücken stammt nicht von Alexander Wang – sondern aus dem eigenen Ideenfundus. 

So zitiert das Laser-Cut-Muster die blütenartige Spitze, die sie in einer der letzten Kollektionen eingesetzt haben. Und der Schößchen-Rock, den es in schwarzem Nappaleder und einem duftigen weißen Stoff gibt, ist eine Hommage an ihr Markenzeichen – die Lamellentasche, mit der alles begann.

© Daniel Mayer

Input von Aussen.

„Wir holen uns auch Input von Außen“, sagt Johanna Kühl, „Von Christian Stemmler zum Beispiel. Er ist der Grund dafür, dass wir hier so entspannt sind.“ Der hochgewachsene Mann mit den kurzen, blonden Haaren läuft Backstage hin und her, ordnet die Kollektion zu einzelnen Outfits und erklärt den Ankleidehilfen worauf sie achten müssen. Aber Kaviar Gauche wären nicht Kaviar Gauche, wenn sie Stemmler das gesamte Styling der Schau überlassen hätten. Er hält ihnen am Tag der Schau den Rücken frei, aber die Komposition der Looks und der Schau übernehmen die Designerinnen mit ihm gemeinsam.

© Daniel Mayer

Toxische Farbgebung.

„Mein Favorit“, so Alexandra Fischer-Roehler, „ist das Brautkleid aus duftiger Seidenspitze, das durch die Farbgebung aus der Reihe tanzt.“ Das Brautkleid bei Kaviar Gauche ist nicht einfach weiß – sondern neongelb. „Toxic yellow“ nennt sie die Farbe.

© Cathleen Wolf

Perfektion bis zum Schluss.

Auch den Soundtrack der Schau haben die Designerinnen selbst zusammengestellt und nicht etwa einfach bei einem DJ bestellt. Sie zollen Berlin Tribut – featuren die kanadische Sängerin Peaches, die seit langem in Berlin wohnt und Miss Kittin, die französische DJane, die Berlin ebenfalls zu ihrer Wahlheimat gemacht hat. Selbst das Finale hat Berlinbezug: Zu David Bowies „Heroes“, das er auch einmal in deutscher Fassung in Berlin eingesungen hat, schreiten die Models über den Laufsteg. Und trotz der kleinen Verspätung sitzt bei dieser Schau einfach alles:

Das Licht, das den Models sanft über den Laufsteg folgt, die neunundzwanzig Looks, mit denen die Designerinnen ihre bisherige Arbeit zitieren. Und natürlich der Auftritt der beiden Designerinnen am Ende der Schau.

© Daniel Mayer

Kaviar Gauche.

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