Willkommen bei Mercedes-Benz International

Melissa Drier, seit 30 Jahren Korrespondentin der renommierten WOMEN’S WEAR DAILY, ist die internationale Modestimme Berlins.

Exklusive Preview:
Mercedes-Benz
Fashion Week Berlin.

Melissa Drier, Korrespondentin der renommierten
WOMEN’S WEAR DAILY, besucht als Vorbereitung
auf die MBFWB den Nachwuchs.

Text: Nicole Urbschat / Bilder: Mary Scherpe
Seit 30 Jahren beobachtet Drier aus ihrem Home Office für die amerikanische WOMEN’S WEAR DAILY den deutschen Modemarkt.

Charmante Wunderkammer.

Ein Büro, das einer Wunderkammer gleicht und zwei Katzen, die gar nicht einsehen wollen, dass es sich hier um Arbeit handelt. Melissa Drier, so etwas wie die spitze Zunge der deutschen Mode, öffnet die Tür zu ihrer traumhaften Altbauwohnung. Seit 30 Jahren beobachtet Drier aus ihrem Home Office für die amerikanische WOMEN’S WEAR DAILY den deutschen Modemarkt. Sie selbst versteht heute noch nicht so recht, warum sie damals Mitte der 80er von New York nach Berlin zog, um über Mode zu berichten, die es im Grunde nicht gab.

„Als ich damals nach Berlin kam, gab es hier Style, eine Subkultur, aber keine Mode – das hat sich geändert."

Melissa Drier selbst versteht heute noch nicht so recht, warum sie damals Mitte der 80er von New York nach Berlin zog, um über Mode zu berichten, die es im Grunde nicht gab.

Der neue Purismus.

Der ausgedruckte Schauenplan liegt vor ihr auf dem Schreibtisch, die E-Mail an den Designer Dawid Tomaszewski, den sie nächste Woche zu einer Preview vor seiner Show besucht, hat sie eben noch schnell abgeschickt. „Ich bin ja so etwas wie die Designer-Mami hier. Wenn mich jemand um einen Rat oder Feedback bittet, dann komme ich gerne.“ Überhaupt liegt der Journalistin viel an der Nachwuchsförderung; selbst in ihrem Kleiderschrank finden sich Entwürfe von Designern wie Eva & Bernard, Antonia Goy und Mongrels in Common. „Viele Menschen von außerhalb sind überrascht, weil sie glauben, hier würde immer noch alles nach Grunge aussehen. Aber es gibt eine neue Generation in Berlin – was sich hier entwickelt, ist ein cleaner, purer Stil. Eine durchaus intellektuelle Mode. Und die steht nicht nur 25-jährigen Hipstern“, erklärt Drier augenzwinkernd.

Mercedes-Benz Fashion Week Berlin Preview mit Melissa Drier.

Der aus Bulgarien stammende Designer Vladimir Karaleev, der als Meister des Unfertigen gilt, hat den größten Teil seiner Kollektion schon vollendet.

Mehr Mut bitte!

So wie die Kleider Vladimir Karaleevs, dem sie an diesem Nachmittag noch schnell einen Besuch abstatten will. Der aus Bulgarien stammende Designer, der als Meister des Unfertigen gilt, hat den größten Teil seiner Kollektion diesmal schon vollendet. Wie auch im letzten Sommer zeigt er eine Pre-Collection aus 20 ausgewählten Entwürfen, für die er erstmals Denim verarbeitet hat. „Ich hatte irgendwie einen Brooke Shields-Moment, ihr Bild vor Augen, wie damals in den alten Calvin Klein Anzeigen“, erklärt Karaleev. Der Rest der Frühjahr/ Sommer 2014 Kollektion folgt für die Showrooms in Paris und New York. Wo seine Kunden sitzen? „In Asien und nicht in Deutschland?“, vermutet Drier, Karaleev nickt.

„Das ist ein großes Problem“, findet die Modekritikerin, „der deutsche Handel ist viel zu zurückhaltend. Jeder versucht auf der sicheren Seite zu sein. Ich würde mir da mehr Mut wünschen.“

23 illustrative Motive haben Vonschwanenflügelpupke für ihre aktuelle „Puppenhaus“-Kollektion entworfen, deren Shirts und Kleider mittlerweile auf dem als Leinwand gemeinten Tuch basieren.

Surreale Eleganz.

„Genau aus diesem Grund haben wir mit Schals und Tüchern angefangen, um den Handel zu überzeugen“, erklären die beiden Designerinnen Stephanie Pupke und Eleonore von Schwanenflügel ein paar Straßen weiter in ihrer Remise am Monbijouplatz. 23 illustrative Motive haben Vonschwanenflügelpupke für ihre aktuelle „Puppenhaus“-Kollektion entworfen, deren Shirts und Kleider mittlerweile auf dem als Leinwand gemeinten Tuch basieren. Auf den ersten Blick sind die Illustrationen voll farbiger Eleganz, erst wenn man näher hinschaut, erkennt man durch die Luft wirbelnde Puppenstühle – ein Spiel mit dem Surrealen, dem Unerwarteten. „Die Kollektion funktioniert. Sicherlich ist sie konzeptionell, aber die cleanen, puren Formen kämpfen nicht dagegen an“, findet Drier und notiert sich gleich, dass sie eventuell noch einmal wiederkommen sollte, um sich ein Abendkleid zuzulegen.

„Die Gegensätze der Strenge und der opulenten Stickereien in der Ästhetik des Christentums, das hat uns fasziniert“, beschreibt Teboul die Inspiration.

Sich treu bleiben.

Surreal, wenn auch nicht ganz so farbenfroh, lässt sich auch die Mode von Augustin Teboul beschreiben. „Annelie Augustin und Odély Teboul – mein kostbares Juwel am Berliner Modehimmel“, freut sich Drier, die es bisher verpasst hat, die beiden Designerinnen in ihrem Atelier zu besuchen. Hier wird gerade noch eifrig an der neuen Sommerkollektion gearbeitet. „Die Gegensätze der Strenge und der opulenten Stickereien in der Ästhetik des Christentums, das hat uns fasziniert“, beschreibt Teboul die Inspiration. Gleichzeitig haben sie diesmal versucht, mehr leichtere Teile zu designen, die ganz selbstverständlich zu tragen sind. „Ihr denkt an den Markt ohne eure Handschrift zu verraten“, findet auch Drier.

Ob sie Berlin treu bleiben, möchte die Journalistin am Ende noch wissen. „Es ist gut für uns hier zu sein“, findet Teboul, „hier hatten wir die Chance zu zeigen, was wir machen – das wäre woanders nicht so einfach gewesen.“

Der Journalistin liegt viel an der Nachwuchsförderung; selbst in ihrem Kleiderschrank finden sich Entwürfe von Designern wie Eva & Bernard, Antonia Goy und Mongrels in Common.

Von wegen homogen.

Kann man am Ende des Tages ein Fazit wagen? Gibt es gar so etwas wie eine Berliner Schule? „Wir sollten nicht immer versuchen, alles zu kategorisieren. Schauen Sie sich doch Vladimir Karaleev, Vonschwanenflügelpupke und Augustin Teboul an, sie stehen für die Mode in dieser Stadt, gerade weil sie so unterschiedlich sind. Berlin ist keine homogene Stadt. Und das ist spannend“, findet Drier und verschwindet schnell zurück an ihren Schreibtisch, um Berlin und seine Mode für die Welt da draußen ein Stück weit sichtbarer zu machen.

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