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Modedesigner Gosha Rubchinskiy über das Aufwachsen in Moskau und das Aufeinanderprallen von Geschichte, Mode und Skate-Kultur.

Gosha Rubchinskiy.

Modedesigner Gosha Rubchinskiy über das Aufwachsen
in Moskau und das Aufeinanderprallen von
Geschichte, Mode und Skate-Kultur.

Text: Danaja Vegelj / Fotos: Marlen Mueller
Gosha Rubchinskiy hat 2008 seine erste Kollektion herausgebracht und steht seitdem an der Spitze der russischen Kreativszene.

Melancholisches Punk-Erbe.

Ich gebe es zu: Als wir uns zum ersten Mal die Hand geben, halte ich Gosha Rubchinskiy kurz für eines der Models aus seiner aktuellen Herbst/Winter Kollektion. Doch wie sich herausstellt, ist er es selbst, und es sieht ganz so aus, als hätten wir ein gemeinsames Verständnis davon, was bleibt, wenn man in einer postsozialistischen Gesellschaft aufgewachsen ist. Damit meine ich nicht nur das leicht melancholische Punk-Erbe, sondern auch dieses gewisse Rebellenhafte und die verinnerlichte Sympathie für Revolutionen, Neuanfänge und, auch das, den kollektiven Stolz.

Gosha Rubchinskiy hat 2008 seine erste Kollektion herausgebracht und steht seitdem an der Spitze der russischen Kreativszene.

alles, was inspiriert und lebendig hält.

Gosha Rubchinskiy hat 2008 seine erste Kollektion herausgebracht und steht seitdem an der Spitze der russischen Kreativszene. Sein Universum ist damit zu einem Gesamtwerk aus cooler Mode, narrativen Videos und subtiler Fotografie geworden, eine wunderbar ehrliche Mischung aus russischer Ikonografie, Skateboarden und jugendlicher Romantik, auf eine Weise, die man nur als global und kulturell spezifisch zugleich beschreiben kann. Rau und doch sanft. Aggressiv, aber auch poetisch. Sie hätten es gern etwas konkreter? Nehmen wir Lackhosen aus PVC, einen schwarz-weißen Sweater und einen roten Mantel. Dazu noch zum Anprobieren etwas sorglose jugendliche Lebenslust für einen Streifzug durch die Straßen von St. Petersburg oder Moskau. Einfach alles, was inspiriert und lebendig hält. 

Es geht um das Besondere in einer standardisierten Welt. Hat außer mir noch jemand Lust bekommen, das nächste Flugzeug nach Russland zu nehmen? Wir treffen Gosha im BLACK Comme des Garçons Store in Berlin, in dem noch bis Januar 2014 seine aktuelle Männerkollektion und Fotografien präsentiert werden.

Wir treffen Gosha im BLACK Comme des Garçons Store in Berlin, in dem noch bis Januar 2014 seine aktuelle Männerkollektion und Fotografien präsentiert werden.

Welches ist für dich das beste Stück der aktuellen Kollektion?
Den schwarz-weißen Sweater mag ich wirklich gern, weil er eine Mischung aus Gegensätzen ist. Es gibt gleichzeitig Bezüge zu Kasimir Malewitsch und den Sex Pistols. Mir gefällt auch der Gedanke einer Unisex-Kollektion – ich stelle mir einen jungen Flirt vor, das Mädchen trägt den Pulli, ein Hemd oder ein anderes Kleidungsstück ihres Freundes. Vielleicht haben sie eine abgedrehte Club-Nacht hinter sich, und sie zieht am Morgen einfach irgendetwas an, das sie in seinem Schrank gefunden hat.

Du hast selbst gesagt, dass „Revolution“ der Gedanke ist, der hinter deiner aktuellen Kollektion steht, andererseits distanzierst du dich von der Tagespolitik. Ist deine Kreativität das Ergebnis der Überzeugung „Wir sind Russen und haben irgendetwas richtig gemacht”?
Ja. Das Thema dieser Kollektion ist Stärke, ein “revolutionärer Typ”. Mir ging es schon immer darum, etwas Neues zu machen und auch alte Regeln zu brechen.

In diesem aktuellen Lookbook sind tatsächlich viele religiöse Elemente oder traditionelle Symbole zu sehen, die daran erinnern, was es bedeutet, Russe zu sein.

Gosha Rubchinskiys Universum ist zu einem Gesamtwerk aus cooler Mode, narrativen Videos und subtiler Fotografie geworden, eine wunderbar ehrliche Mischung aus russischer Ikonografie, Skateboarden und jugendlicher Romantik.

Wie eng hängen heute Mode und Kultur miteinander zusammen?
Ich mische gern russische kulturelle Symbole mit beispielsweise dem Stil der amerikanischen Skateboard-Szene. Aktuell geht es um die russische Jugend, die unsere kulturellen Elemente zwar wertschätzt, zugleich aber in dieser neuen Welt lebt, einer Mischung globaler Kulturen. Das Leben junger Menschen in Russland unterscheidet sich gerade nicht sehr stark vom Leben junger Menschen in New York oder Los Angeles, deshalb versuche ich immer, aus unserem geschichtlichen Erbe zu schöpfen. Denn dadurch unterscheiden wir uns von anderen. Anders ausgedrückt: Ich will der Welt zeigen, was es bedeutet, hier und jetzt russisch zu sein.

Das gelingt dir ja auch sehr gut. Wie war es, in Moskau aufzuwachsen?
Die neunziger Jahre in Moskau waren eine bemerkenswerte Zeit. Es lässt sich nur schwer nachvollziehen, wenn man es nicht erlebt hat. Wir haben neue Musik für uns entdeckt, neue Videos, neue Trends. 

Inzwischen ist es anders, aber ich bin immer noch auf der Jagd nach dieser Mischung aus Altem und Neuen. Das Großartige ist, dass wir gerade weltweit ein Neunziger-Jahre-Revival erleben. Und ich versuche das mit der Art und Weise zu kombinieren, wie ich diese Ära erlebt habe. Für mich geht es um die wilden Rave-Partys und neue Entdeckungen.

Die Herbst/Winter 2013 Kollektion von Gosha Rubchinskiy ist bei BLACK Comme des Garçons, Linienstraße 115 in Berlin erhältlich.

Fährst du Skateboard?
Ein bisschen, aber ich habe erst spät angefangen. Als Teenager war ich an der Kunsthochschule und hing nicht mit den Skater-Leuten ab. Ich malte und lebte in meinem eigenen Universum; erst als ich anfing, die Skater aufzunehmen, wurde mein Interesse am Skaten geweckt. Ein Profi bin ich aber bei weitem nicht.

Warum also gerade die Skate-Kultur? Was macht sie so anders, warum lohnt sich der Aufwand?
Schon allein deshalb, weil es die am weitesten verbreitete Kultur unter den russischen Jugendlichen ist. Sie verbindet. Wer skatet, kann Künstler sein, Musiker, egal. Es ist interessant zu sehen, wie etwas so viele ganz unterschiedliche Lebensentwürfe miteinander verbindet.

Modedesigner Gosha Rubchinskiy über das Aufwachsen in Moskau und das Aufeinanderprallen von Geschichte, Mode und Skate-Kultur.

Kannst du uns ein paar Insider-Tipps für Moskau geben? Wo geht man hin, was kann man unternehmen?
Meine Tipps sind die RODNYA-Bar  und das Café Entuziast . Am spannendsten ist es aber einfach durch die Stadt zu gehen und einige großartige Museen zu entdecken, wie das Staatliche Museum für Bildende Künste  A.S. Puschkin.

Vielen Dank für das Gespräch, Gosha!


Die Herbst/Winter 2013 Kollektion von Gosha Rubchinskiy ist bei BLACK Comme des Garçons, Linienstraße 115 in Berlin erhältlich.
Eine Liste weiterer Händler steht unter:  www.gosharubchinskiy.com/info

Gosha Rubchinskiy Lookbook für die Herbst/Winter 2013 Kollektion.

alles zum thema aus dem web.


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