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Designer Yu Amatsu aus Osaka präsentiert auf der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin die Kollektion seines Labels A Degree Fahrenheit für den kommenden Herbst/Winter.

Mercedes-Benz
Fashion Week Berlin
Herbst/Winter 2013.

Designer Yu Amatsu lässt sich
in dieser Saison von einem
 Phänomen inspirieren, das mit Mode
wenig zu tun hat: Rost.

Autor: Alex Bohn / Fotos: Patrick Houi
Yu Amatsu backstage bei der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin.

Fünfzig Grad auf japanisch.

Für Yu Amatsu ist die Mercedes-Benz Fashion Week Berlin eine Premiere. Zum ersten Mal präsentiert der 33-jährige Designer aus Osaka hier die Kollektion seines Labels A Degree Fahrenheit für den kommenden Herbst/Winter. Der Name seiner Marke ist Programm, denn der Designer mit der angenehm leisen Stimme beschäftigt sich immer wieder mit dem Thema Temperatur. Dieses Mal richtet er sein Augenmerk auf knapp fünfzig Grad Celsius und nennt seine Kollektion 122°F Heat of Reaction. Auch bei der Inszenierung seiner Mode ist Yu Amatsu Perfektionist. Noch am Tag vor der Show wählt er beim Fitting im neu eröffneten Waldorf Astoria Hotel weitere Models aus, die seine Mäntel, Hosen und Abendkleider auf dem Laufsteg präsentieren sollen. Und auch Backstage perfektioniert er persönlich jedes Outfit bis zur letzten Sekunde und sorgt für ein stimmiges Bild:

Seine Entwürfe in monochromem Grau sind elegant und skulptural zugleich; sie haben einen japanischen Appeal ohne dabei untragbar zu sein.

Die Kollektion von Yu Amatsu's Labels A Degree Fahrenheit auf der Mercedes-Benz Fashion Week in Berlin.

Über Rost und Wärme zur Mode.

Bei 122°F Heat of Reaction interessiert ihn nicht einfach nur die Temperaturskala, vielmehr gilt seine Faszination dem Prozess der Korrosion, des Rostens. „Ich wusste das nicht, aber in diesem Prozess entsteht Reaktionswärme“, sagt Amatsu, „und ich möchte, dass mein Publikum die Wärme, die von meinen Entwürfen ausgeht, regelrecht spürt.“ 

In einigen seiner Designs setzt er diesen Prozess ganz konkret um. Er zeigt Kleider und Mäntel mit Fischgrätmuster, das sich zu den Säumen hin in Schwarz oder Grau verliert. In der Kollektion fallen diese Kleider als besonders gelungen auf: Der sonst eher derbe Stoff wirkt leicht und anschmiegsam und es gelingt ein ungewöhnlicher Spagat: Die Kleider zeichnen die Körperkontur exakt nach und sind zugleich kunstvoll und asymmetrisch in Falten gelegt.

Yu Amatsu präsentiert auf der Mercedes-Benz Fashion Week in Berlin die Kollektion seines Labels A Degree Fahrenheit.

Ein Mann der leisen Töne.

Yu Amatsu ist ruhig, fast schüchtern. Und auch in seiner Kollektion setzt er nicht auf laute Töne. Naheliegende Entscheidungen meidet er, beispielsweise ist die Trendfarbe rostrot nirgends zu sehen; der einzige feurige Akzent ist der rotglitzernde Lidstrich, den die Models auf dem Unterlid tragen. Er lässt seine Entwürfe für sich sprechen. Sie zeichnen sich durch ihre handwerkliche Präzision aus und erzählen etwas von der vielfältigen Erfahrung, die der japanische Designer bei namhaften Designern wie Marc Jacobs und Jen Kao in New York gesammelt hat. Für die beiden fertigte er Muster an, heute übersetzt er seine eigenen Ideen in Stoff.

Yu Amatsu hinter den Kulissen der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin.

Mode machen, um Ideen zu verbreiten.

„Gezeichnet habe ich immer gern“, erzählt er, „aber ein Künstler wird nur gesehen, wenn er seine Werke ausstellt. Ein Designer setzt seine Ideen viel unmittelbarer um und macht sie den Menschen zugänglich. Sie können seine Arbeit einfach in die Welt tragen.“ Mit seiner aktuellen Kollektion gibt der Designer noch ein weiteres Statement ab. Zwei Best Ager-Models laufen in seiner Schau, Anna von Rueden und Torun Johansson. Mit der Entscheidung, die beiden inmitten der üblichen jungen Mädchen zu zeigen, folgt Yu Amatsu keinem Trend. Er setzt die beiden Damen nicht als Ausnahmeerscheinung ein, sondern bewusst, als Sinnbild der Veränderung.

Yu Amatsu's Kollektion auf der Mercedes-Benz Fashion Week in Berlin.

Kleiner Kniff mit großer Wirkung.

Auch bei der Fashion Show-Choreografie nimmt er Bezug auf die Korrision: „Sie vollzieht sich in unterschiedlicher Geschwindigkeit. Die feinen Partikel oxidieren schnell und setzen kurz Hitze frei. Die groben Partikel oxidieren langsam und liefern über längere Zeit Wärme." Yu Amatsu bringt diesen Vorgang auf den Laufsteg. Ein Teil der Models läuft in gewohnt zügigem Tempo über den Laufsteg, die anderen schreiten ihn langsam entlang. Amatsus Eingriff in die Gepflogenheiten des Laufstegs ist klein, aber augenfällig – die unterschiedlichen Tempi der Models fallen sofort auf und sorgen für Getuschel im Publikum.

Hinter den Kulissen der Mercedes-Benz Fashion Week in Berlin.

Der Winter spielt ihm in die Hände.

Dass Yu Amatsu auf der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin sicher eine Punktlandung hingelegt hat, liegt nicht nur an seiner stimmigen Kollektion und dem feinsinnigen Kommentar auf die Normen in der Welt der Mode. Ausgerechnet das Objekt seines Interesses, die Temperatur, spielt ihm in die Hände. Denn in der Hauptstadt ist es eisig, die Temperaturen liegen unter Null. Für seine durchweg elegante Kollektion, die er in seinem Heimatland Japan erst im März präsentieren wird, verwendet er warme Wollstoffe, sein Fellbesatz ist aus tibetischem Lamm und einige der Kleider und Hosen aus feinem Kaschmir. Die Gäste seiner Show scheinen die Wärme seiner Entwürfe tatsächlich zu spüren. Für sie ist seine Kollektion weniger ein Ausblick auf die kommende Kollektion als eine perfekte Wunschgarderobe für den Moment.

Dieses Mal geht es für den Designer Yu Amatsu um ein Phänomen, das mit Mode wenig zu tun hat: Rost.

122°F Heat of Reaction.

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