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Eine Hommage an Béla Barényi.

Béla Barényi,
der Lebensretter.

Der Mercedes-Benz Konstrukteur widmete sein gesamtes Leben der Sicherheit.

Béla Barényi wird von seinem Kollegium für seine leichte Art wie für sein Erfindergenie gleichermaßen geschätzt.

Von Komposition
bis Konstruktion.

Ein elegant gekleideter Herr lehnt am Schreibtisch und pfeift eine schwungvolle Melodie. Seine Sekretärin grübelt, als sie den Kaffee serviert. „La Traviata, Herr Barényi“ sagt sie, während sie die Zuckerdose auf den Tisch stellt. Das Opern-Raten zählt zu den allmorgendlichen Kreativ-Ritualen in diesem Büro. „Jawohl!“ lächelt er zufrieden und schreitet um

den Tisch herum, um auf seinem Stuhl Platz zu nehmen. Stift und Block liegen schon parat. Der Mann ist einer der außergewöhnlichsten Erfinder des 20. Jahrhunderts: Über 2.500 Patente stammen aus seiner Feder. Einige haben Tausende von Leben gerettet und sind heute automobiler Standard.

Béla Barényi: ein begnadeter Konstrukteur – mit einer schillernden Vorgeschichte.

Ganz oben, ganz unten und
immer mittendrin.

Hinter dem schillernden Wesen des Ausnahmeerfinders steht eine nicht minder schillernde Lebensgeschichte: Am 1. März 1907 wird Béla Viktor Karl Barényi in Hirtenberg bei Wien geboren. In einer Zeit, in der Pferdefuhrwerke das Straßenbild beherrschen und Automobile grundsätzlich misstrauisch beäugt werden. Vor allem sind sie für die meisten Menschen unerschwinglich. Béla aber verbringt seine Kindheit im Schoße einer der wohlhabendsten Familien Österreich-Ungarns – und kommt so auch früh in den Genuss von Automobilfahrten: Seine Familie besitzt einen Austro-Daimler, den er schon als kleiner Junge lieben lernt. Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges wendet sich das Blatt für den kleinen Béla. Als er 10 Jahre alt ist, fällt sein Vater. Nach und nach fordern der Krieg und später die Weltwirtschaftskrise alle Besitztümer der Familie.

Der finanzielle Abstieg ist dergestalt, dass er zwischenzeitlich sogar seinen Schulbesuch unterbrechen muss, da die verwitwete Mutter das Schulgeld nicht mehr aufbringen kann.

Der „New Look“ geht zurück auf Béla Barényi.

Instinkt eines Vordenkers.

Doch Béla findet Mittel und Wege,1924 ein Maschinenbaustudium am Wiener Technikum für Maschinenbau und Elektrotechnik aufzunehmen. Das Gespür des jungen Studenten für kommende Trends ist frappierend: Eines seiner ersten Designprojekte ist der Entwurf eines Wagenbugs, bei dem das Karosseriekopfstück eine Horizontale, eingefasst von zwei waagerechten Karosserieenden, bildet. Die Horizontale als beherrschendes Stilelement wird ein paar Jahre später „New Look“ genannt werden – und sich bei zahlreichen Automobilen wiederfinden.

Bereits als Student sinniert er über den „kommenden Volkswagen“. Skizzen von 1924/25 weisen ihn als den Vater im Geiste des „Volkswagens“ aus – was fast zwanzig Jahre später noch von Bedeutung sein wird.

Als junger Mann muss Barényi viele Rückschläge verkraften.

Karriere auf Umwegen.

1926 erreicht Barényi einen ausgezeichneten Abschluss der technischen Fachschule in Wien. Es ist auch das Jahr des Zusammenschlusses der Daimler-Motoren-Gesellschaft mit Benz & Cie. Wenige Jahre später folgt die Weltwirtschaftskrise. Einstellungsstopps, Insolvenzen und Massenentlassungen gehören in diesen Jahren zum Alltag - auch für einen noch so begnadeten Konstrukteur. Bis in die Mitte der 30er Jahre muss er sich mit befristeten Anstellungen als Zeichner und freiberuflichen Tätigkeiten als Autor technischer Abhandlungen über Wasser halten. Dass seine Ideen oft der Zeit voraus sind, rettet ihn nicht davor, selbst Entlassungen zum Opfer zu fallen. Erst knapp ein Jahrzehnt nach Beendigung seines Studiums erhält er seine erste Festanstellung bei der Gesellschaft für

technischen Fortschritt (GETEFO) in Berlin und später der französischen Schwester SOPROTEC in Paris. Dort lernt er auch seine spätere Frau Maria Kilian kennen.

Barényi mit seinen Mitarbeitern beim Durchführen eines Crashtests.

Einmal ist immer das letzte Mal.

Allein in der Zeit bei GETEFO/SOPROTEC meldet er über 150 Patente an. Doch auch seine Tage bei der GETEFO sind gezählt: Anfang des Jahres 1939 steht er erneut auf der Straße. Niedergeschmettert sucht er nach einer neuen Stelle. Da besinnt er sich auf den Traum seiner Kindertage zurück: den Austro-Daimler. Er bewirbt sich bei Mercedes-Benz. Und wird abgewiesen. Mit dem Gefühl, nichts zu verlieren zu haben, fordert er sein Glück ein weiteres Mal heraus. Diesmal erhält er die Chance, den Vorstand Wilhelm Haspel in einem Vieraugengespräch von seinen Qualifikationen zu überzeugen. Béla Barényi tritt als der leidenschaftliche Perfektionist auf, der er ist. Und macht Haspel in direkten Worten klar, was zu diesem Zeitpunkt in der Konstruktion alles falsch gemacht wird. Haspel erkennt das ungeheure Potenzial des jungen

Mannes: „Herr Barényi, Sie denken 15 bis 20 Jahre voraus. Sie kommen in Sindelfingen unter einen Glassturz. Was Sie erfinden, geht direkt an die Patentabteilung.“ Eine Bewerbung wird Barényi nie wieder schreiben müssen.

Mit der Knautschzone der „Heckflosse“ wird Barényi zum Sicherheitspapst.

Mut zur Sicherheit.

Was die Marke Mercedes-Benz und den Konstrukteur verbindet, ist ihre gemeinsame Leidenschaft für Sicherheit. Und zwar bereits zu Zeiten, in denen Automobilhersteller die Verwendung des Begriffs tunlichst vermeiden:

Vor allem in der Nachkriegszeit möchte kein Mensch mit den Gefahren des Autofahrens konfrontiert werden. Bis in die 70er Jahre hinein gilt das Thema als glatter Verkaufskiller. Doch Béla Barényi lässt sich davon nicht beirren.

Das Knautschzonen-Patent.

Visionär der Fortbewegung.

Der große Durchbruch gelingt ihm mit dem 1951 angemeldeten Patent DBP 854.157 – im Volksmund die „Knautschzone“ genannt. Béla Barényi ist der erste, der – schon Jahre vorher – erkannt hat, dass die kinetische Energie im Falle eines Aufpralls durch Verformung abgebaut werden muss, um nicht auf die Fahrzeuginsassen einzuwirken. 

Das erste Mercedes-Benz Fahrzeug, dessen Karosserie nach diesem Patent entwickelt wird, ist die Baureihe W111 von 1959 – besser bekannt als „Heckflossen-Mercedes“. Insgesamt wird diese Erkenntnis den gesamten Automobilbau revolutionieren.

Barényi ist so bescheiden wie genial.

Vater des Volkswagens.

Béla Barényi ist mit Leib und Seele Erfinder. Das Wort „Feierabend“ hat für ihn höchstens eine Bedeutung: dass er zum Weitertüfteln den Ort wechseln muss. So gehen zahlreiche Patente und Konstruktionen, von der Pontonkarosserie bis zum Pagodendach, über den „Verschwindscheibenwischer“

bis hin zur deformierbaren Lenksäule auf sein Konto. In einem drei Jahre währenden Rechtsstreit kann er schließlich durchsetzen, dass seine im Studium angefertigten Skizzen des „kommenden Volkswagens“ als „geistige Vaterschaft“ für den Volkswagen anerkannt werden müssen.

Premiere für die Pagode: Béla Barényi (rechts) und Paul Bracq in Genf 1963 vor der ersten öffentlichen Präsentation des 230 SL.

Umjubelte Premiere 1963 in Genf.

Auf dem Automobilsalon in Genf im März 1963 sorgt der 230 SL für Aufsehen, vereint er doch Kraft mit Eleganz, Komfort mit exzellenten Fahrleistungen und vorbildlicher Fahrsicherheit. Sicherheit wird überhaupt groß geschrieben: Die Karosserie aus steifer Fahrgastzelle und Knautschzonen an Front und Heck folgt den Vorstellungen Béla Barényis, der als „Vater der passiven Sicherheit“ gilt.

Gemeinsam mit Mercedes-Benz Entwicklungsvorstand Hans Scherenberg definiert Barényi 1966 die Aufteilung in aktive und passive Sicherheit, die bis heute für die gesamte Automobilindustrie gilt. Konkret heißt das in eine aktive Sicherheit, die Fahraspekte betrifft und eine passive Sicherheit, in der es um Insassen- und Fußgängerschutz geht.

Film ansehen

Béla Barényi – eine Geschichte der Sicherheit

1994 wird Béla Barényi von der “Automotive Hall of Fame” in den Kreis der außergewöhnlichen Erfinder aufgenommen.

Ehre, wem Ehre gebührt.

1972 wird Barényi pensioniert – doch nie vergessen: Das Deutsche Museum organisiert eine Béla-Barényi-Ausstellung, in Europa werden zwei Straßen nach ihm benannt. Er wird Ehrenmitglied der Deutschen Aktionsgesellschaft Bildung-Erfindungen-Innovationen, erhält vom österreichischen Bundespräsidenten den „Professor“-Titel verliehen und von der Stadt Baden den „Kulturpreis“ für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Wissenschaft – um nur ein paar der Ehrungen zu nennen, die ihm zuteil werden. Als in den 1990er Jahren das Thema „Sicherheit“ in der Werbekommunikation zentral wird, kommt als Protagonist für den Werbespot von Mercedes-Benz nur einer in Frage: Béla Barényi. Und noch zu Lebzeiten, im Jahre 1994, wird er von der „Automotive Hall of Fame“ in Detroit in den Kreis der außergewöhnlichen Erfinder und Innovatoren aufgenommen.

1997 stirbt er in Böblingen. Auch heute noch werden in seinem Namen Personen gewürdigt, die sich um den Kraftfahrzeugverkehr verdient gemacht haben: Seit 2005 wird in Wien der Béla-Barényi-Preis vergeben.


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