Willkommen bei Mercedes-Benz International

Die dreitägige Veranstaltung kombiniert den besonderen Charme einer Classic Rallye mit dem atemberaubenden Flair der Region rund um Lech Zürs am Arlberg.

Das erste Mal: Mit Ellen Lohr bei der Arlberg Classic Car Rallye.

Gastautor Axel Griesinger war zum ersten Mal als Co-Pilot für Mercedes-Benz unterwegs. Ein Erlebnisbericht.

Frisch poliert wartet der 190 SLR darauf, die Route rund um den Arlberg zu befahren.

Ein Pilot-Versuch.

Im Rallyesport heißt es: Das Hirn sitzt rechts. Sprich, der Beifahrer sagt an, wohin die Reise geht und der Fahrer hat diesen Anweisungen Folge zu leisten. Bedingungslos und ohne Widerspruch. Doch was passiert eigentlich, wenn der Co-Pilot überhaupt keine Ahnung davon hat, 

was er seinem Piloten sagen soll und dieser obendrein noch eine Rennfahrerin mit internationalem Renommee ist, die sich eigentlich von niemandem etwas zu sagen lassen braucht, wenn sie auf der Rennstrecke ihre Kreise dreht?

In einem Mercedes-Benz 190 SLR aus dem Jahr 1955 meistert das Team Lohr-Giesing die Arlberg Classic Car Rallye.

Meisterin der Klassen.

Der unwissende Navigator, der überraschend bei einer Oldtimer Rallye zum Co-Piloten wurde, bin ich, ein leidenschaftlicher Automobil Blogger, und die Rennfahrerin ist Ellen Lohr. Ja, genau diese Ellen Lohr, die 1992 als einzige Frau überhaupt auf einem Mercedes ein Rennen in der Deutschen Tourenwagen Meisterschaft gewonnen hat, die unzählige Male bei der Rallye Dakar an den Start gegangen ist und aktuell in der Truck Europameisterschaft den männlichen Kollegen zeigt, wo beim Lkw die Anhängerkupplung sitzt.

Unser Wettbewerbsgerät ist ein wunderbarer Mercedes-Benz 190 SLR aus dem Jahre 1955. Das „R“ im Namen lässt den Roadster zum Racer mutieren. Kein Verdeck, keine Frontscheibe und keine Stoßstangen,

dafür mehr Leistung, straff sitzende Vierpunktgurte und ein Tripmaster unter dem Armaturenbrett prägen das Erscheinungsbild des 190ers mit der Startnummer 44.

Dem Anlass entsprechend trägt man während der Rallye auch klassische Rennfahrermontur – Halbschalenhelm à la 1950.

Das Abenteuer beginnt.

Mit einem etwas mulmigen Gefühl mache ich mich am Vorabend der Veranstaltung auf den Weg nach Lech am Arlberg. Die Wiege des alpinen Skisports verwandelt sich einmal im Jahr zum Mekka für Oldtimer Besitzer und Liebhaber, wenn die Arlberg Classic Car Rallye startet. Drei Tage lang mäandern dann rund 110 historische Fahrzeuge durch die Alpenregion vom Arlberg über Tirol bis in den Bregenzer Wald. Und genau davor habe ich extrem viel Respekt. Schließlich soll ich die Vorjahresdritte über drei Tage hinweg sicher und genau durch alle Prüfungen lotsen. Doch vor dem Fall der Startflagge heißt es erst einmal büffeln. Zehn Seiten Reglement und 144 Seiten Roadbook gilt es mit Ellen Lohr zu studieren, zu analysieren und zu verinnerlichen. Diese Veranstaltung ist gespickt mit verzwickten

Wertungsprüfungen und vertrackten Streckenverläufen über 535 km, wodurch die Arlberg Classic auch ihren Ruf als anspruchsvolle Rallye erhalten hat.

Die idyllische Schweizer Landschaft bildet eine willkommene Ablenkung von der Stoppuhr.

In der Ruhe liegt die Kraft.

Roadbook, Wertungsprüfung, Streckenverlauf? Das riecht verdächtig nach einer wilden Hatz durch die Berge auf der Jagd nach Bestzeiten. Doch weit gefehlt. Bei dieser Form von Oldtimer Rallyes gilt strikt die StVO und es kommt ausschließlich auf Gleichmäßigkeit und Präzision an. Nur wer die vom Veranstalter vorgegebene Zeit für eine Strecke auf die Hundertstelsekunde genau trifft, bekommt keine Strafpunkte. Es handelt sich von daher um einen unerbittlichen Kampf zwischen Lichtschranke und Stoppuhr, denn der Veranstalter schickt seit jeher seine Teilnehmer unter verschärften Bedingungen auf die Strecke, da ausschließlich eine mechanische Zeitmessung gestattet ist. GPS, Elektronik oder eine dieser wunderbaren Apps für den Tablet-PC sind schlicht verboten.

Einmal im Jahr lockt die Classic Cars Ralley Oldtimerliebhaber an den Arlberg.

Das Metronom auf dem Beifahrersitz.

Eine gute Vorbereitung ist also unabdingbar und hier zeigt sich: Ellen ist durch und durch Profi, denn sie lässt mich zählen. Nicht, dass ich der Aneinanderreihung von auf- oder absteigenden Zahlen nicht mächtig wäre, doch auf den Rhythmus kommt es an. Wie von einem Metronom gesteuert habe ich die Zahlenfolge aufzusagen. Immer und immer wieder, bis meine Pilotin mit mir zufrieden ist. Doch es bleibt nicht beim Zählen. Zusätzlich muss ich der Frau am Steuer auch noch den Weg zeigen sowie drei Stoppuhren und zwei Kilometerzähler betätigen. Knallhartes Multitasking also und daher nicht unbedingt die Stärke von uns Männern. Über Siegchancen diskutieren wir daher auch überhaupt nicht, denn bei solchen Veranstaltungen

gewinnen in der Regel nur Teams, die eingespielt sind, eine jahrelange Routine besitzen und genau spüren, wo ihr Fahrzeug die Lichtschranke passiert.

Axel Griesinger und Ellen Lohr sind als Profi und Laie mit viel Herz und noch mehr Spaß bei der Sache.

Als Freunde ins Ziel.

Alle drei Faktoren fehlen uns, doch wir haben einen ungeahnten Vorteil: die Chemie. Denn diese stimmt ab dem ersten Kilometer. Feixend und lachend lassen wir uns auf den sechs Etappen den Wind um die Nase wehen und kommen sogar hin und wieder dazu, die wunderbare Landschaft zu genießen. Nur bei den Wertungsprüfungen, da steigt die Spannung immer wieder ins Unermessliche und endet bei mir manchmal auch mit einem Schlag auf den Hinterkopf, da ich nicht rhythmisch genug gezählt oder die Stoppuhr falsch gedrückt habe. Doch wo endet für Ellen Lohr die Fahrt mit dem Navigator Grünschnabel?

Mit 2.831 Strafpunkten landen wir als „Team Mercedes-Benz Classic“ auf Gesamtrang 34. Ein respektables Ergebnis. Und hätte meine beste Pilotin nicht bei zwei Wertungsprüfungen einen für sie völlig unüblichen Fehler

gemacht, wären wir sogar in den Top 20 gelandet. Das würde Ellen jedoch so offen nie zugeben. Doch ich nehme offiziell gerne diese Fehler auf meine Kappe, denn ich habe Blut geleckt als Co-Pilot, und das Team Lohr/Griesinger fordert am Arlberg für 2015 nur eins: Revanche.


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