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Der 300 SL Coupé mit Aluminiumkarosserie von 1955 wurde nur 29 Mal gefertigt.

Die Restaurierung des 300 SL Coupé Aluminium Flügeltürer.

Eine Rarität erstrahlt in „altem Glanz“.

Die Hochzeit des 300 SL Coupé ist für Liebhaber klassischer Automobile ein geradezu romantischer Moment.

Romantik für Mechaniker.

Ein Gefühl irgendwo zwischen Nervosität und großer Vorfreude liegt in der Luft. Der Zusammenschluss zweier Parteien ist jedes Mal etwas Einzigartiges. Alle Anwesenden richten ihre Aufmerksamkeit gespannt auf die beiden Hauptakteure, denn trotz aufwendiger Vorbereitung kann im finalen Moment einer Hochzeit noch einiges schiefgehen.

Die Rede ist von keiner gewöhnlichen Hochzeit, sondern der eines Mercedes-Benz 300 SL Coupé von 1955. Der Traualtar ist eine Werkstatt, Mechaniker ersetzen die Trauzeugen. Nach zehn Monaten liebevoller Restaurierung ist das ein geradezu romantischer Moment für Liebhaber klassischer Automobile.

Die Karosserie aus Aluminium ist wegen ihres geringen Gewichts besonders gut für den Renneinsatz geeignet.

Filigrane Karosserie.

Im Automobiljargon bezeichnet die Hochzeit die Vereinigung des Motors mit der Karosserie. In diesem speziellen Fall besteht letztere aus Aluminium. Der Flügeltürer ist damit eine absolute Rarität, lediglich 29 Stück wurden davon hergestellt. 1955 bevorzugen die Konstrukteure des 215 PS starken Motors diese filigrane Karosserie, da sie gegenüber der Stahlkonstruktion leichter und damit besser für den Renneinsatz geeignet ist.

Doch bereits ein Jahr später erfolgt gezwungenermaßen eine schmerzhafte Trennung. Bei einem Rennen 1956 verunfallt der 300 SL Coupé und wird vor allem am Heck schwer beschädigt. Weil zu dieser Zeit keine Ersatzkarosserien aus Aluminium existieren und auch keine weiteren gefertigt werden, muss fortan eine Stahlkarosserie an dieser Stelle dienen. Über die Jahre gerät die ursprüngliche Konstruktion aus Aluminium dadurch mehr und mehr in Vergessenheit.

Die Rahmennummer des Fahrgestells beginnend mit 043 weist auf eine spezielle Rarität hin.

Verborgene Rarität.

Als der Schweizer Adrian Gattiker im Jahre 2008 auf der Suche nach einem besonderen Oldtimer den 300 SL Coupé erwirbt, ahnt er nicht, welche Rarität in dem exklusiven Fahrzeug von 1955 steckt. Von Kennern der Szene wird er auf die Rahmennummer hingewiesen. Denn die Ziffern 043 am Anfang stehen üblicherweise für die seltenen Aluminiumkonstruktionen. Gattiker beginnt selbst zu recherchieren und beschließt 2012, sich an die Experten von Mercedes-Benz zu wenden. Der Leiter von Mercedes-Benz Classic, Michael Bock, steht der gewünschten Originalitätsprüfung höchstpersönlich zur Seite. Mithilfe des lückenlosen Archivs von Mercedes-Benz schaffen die Profis Sicherheit: Der Wagen ist tatsächlich einer von den nur 29 jemals gebauten 300 SL Coupé mit Aluminiumkarosserie.

Das 300 SL Coupé wird bis zur letzten Schraube zerlegt.

Originalität wiederbeleben.

Mit der Bestätigung des historisch-einmaligen Wertes entscheidet Gattiker sich für die Restaurierung. Besonders wichtig ist ihm dabei, nicht etwa zu modernisieren, sondern Ursprüngliches zu bewahren und die Originalität möglichst detailgetreu wiederzubeleben, in mühevoller Handarbeit wird der Flügeltürer deshalb „bis zur letzten Schraube zerlegt“, so

Michael Plag, technischer Leiter der Restaurierung. Eine solch aufwendige De- und Remontage durchzuführen, ist vorrangig durch das akkurat geführte Archiv von Mercedes-Benz möglich. Die dort gelisteten historischen Dokumente verzeichnen jedes Fahrzeug bis ins Detail.

Für die Restaurierung wurde der 300 SL Coupé vollständig demontiert und erneut zusammengesetzt.

Die Zeichen der Zeit.

Nach der erneuten Zusammensetzung darf man dem klassischen Automobil die Zeichen der Zeit ansehen können. Mit Herzblut feilt ein Team voller Experten zu diesem Zweck monatelang minutiös an jedem Detail. Denn die Geschichte, die das Fahrzeug in sich birgt, soll lebendig bleiben.

Und das mit allen Ecken und Kanten. Doch um Historisches lebendig zu machen, bleiben den Mechanikern und Restauratoren für dieses umfangreiche Vorhaben gerade einmal zehn Monate: Bereits im Frühjahr 2014 soll der 300 SL Coupé bei der Mille Miglia an den Start gehen.

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Der Weg zur Mille Miglia: Bayrisch Blau

In der Patina der Lackierung sind Spuren aus vergangener Zeit verborgen.

Liebe zum Detail.

Um die gewünschte Authentizität zu gewährleisten, wird die Sonderfarbe „bayrisch-blau“ eigenes in einem Labor analysiert und reproduziert. Dieses eigentlich aus der Lkw-Farbpalette stammende Kolorit wurde 1955 auf Kundenwunsch exklusiv an dem Sportwagen lackiert. Auch im Innenraum gibt es eine farbliche Besonderheit: Die Patina soll erhalten werden, denn sie trägt als Zeuge der Zeit mehr als ein halbes Jahrhundert Geschichte in sich. Dazu arbeitet eine Restauratorin, die sonst antike Kirchengemälde konserviert, in wochenlanger akribischer Hingabe an dem Armaturenbrett. Ihr gelingt es, die Originallackierung wieder freizulegen. Diese war jahrelang unter einer roten, nachträglich aufgetragenen Lackierung verborgen. Die Spuren vergangener Zeit sind nun wieder in der Patina der Originallackierung lesbar. Ebendieses Engagement ist es, auf die sowohl Adrian Gattiker, als auch Mercedes-Benz viel Wert legen und damit Liebe zum Detail beweisen.

Der 300 SL Coupé ist bereit für die Mille Miglia.

Endlich fahren.

Adrian Gattiker hat keine Angst, das Fahrzeug könne nach all der Arbeit bei der Mille Miglia beschädigt werden – dafür aber den nötigen Respekt. Schließlich soll es lebendig sein und nicht in einer Garage verstauben. „Für mich ist es ein ganz tolles Gefühl, das Fahrzeug heute zu fahren – vor allem im Wissen, dass früher damit interessante Rennen bestritten wurden“, beschreibt er die erste Testfahrt nach der zeitintensiven Generalüberholung. Er ist begeistert von der Arbeit, die die Mitarbeiter von Mercedes-Benz geleistet haben. Auch Michael Bock freut sich, dass „die Vorgaben der Vergangenheit kompromisslos eingehalten“ sind. Beide Seiten sind mit dem Ergebnis mehr als zufrieden und stehen weiterhin eng im Kontakt, insbesondere im Hinblick auf das Rennen durch Norditalien.

Adrian Gattiker weiß: „Das Fahrzeug ist jetzt bereit für die Mille Miglia“. Sein Ziel für das Rennen: „Einerseits durchkommen, andererseits genießen, Spaß haben und vor allem endlich: fahren, fahren, fahren!“


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