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Rudolf Caracciola während der Rekordfahrt. Im Hintergrund sind die später abgerissenen Zeppelinhallen zu sehen, südlich des heutigen Frankfurter Flughafens.

Rudolf Caracciola während der Rekordfahrt. Im Hintergrund sind die später abgerissenen Zeppelinhallen zu sehen, südlich des heutigen Frankfurter Flughafens.

Der ewige Rekord.

Rudolf Caracciola hält seit 75 Jahren den Geschwindigkeitsrekord.

Rudolf Caracciola bei seiner Rekordfahrt mit dem Mercedes-Benz W 125 am 28. Januar 1938 auf der Autobahn zwischen Frankfurt und Darmstadt.

Rudolf Caracciola bei seiner Rekordfahrt mit dem Mercedes-Benz W 125 am 28. Januar 1938 auf der Autobahn zwischen Frankfurt und Darmstadt.

Der „Regenmeister“ wird
grösster Rennfahrer seiner Zeit.

Es herrscht alles andere als das berühmte Sepp Herberger-Wetter. Kein Regen, kein nasser Untergrund. Dabei sind es genau diese Bedingungen, die Rudolf Caracciola so unnachahmlich machten – schon 20 Jahre, bevor Herberger die Fußballnationalmannschaft in Bern zu ihrem ersten Titel führte. „Regenmeister“ nannten Experten und die Presse den äußerst erfolgreichen Deutschen auf Mercedes-Benz. Weil Caracciola vor allem auf glitschigem Untergrund sein fahrerisches Feingefühl immer wieder sensationell unter Beweis stellte, wurde diese Bezeichnung später sogar ins Englische übernommen. Trotz zahlreicher teils schwerer Unfälle ist Rudolf Caracciola der beste Rennfahrer der 1920er und 1930er-Jahre: Sechsmal holte er den Großen Preis von Deutschland.

Während der berühmten Silberpfeil-Ära von 1934 bis 1939 gewann er drei Europa-Championate. Sie sind gleichzusetzen mit dem Weltmeistertitel, wie wir ihn aus der heutigen Formel1 kennen.

Fachsimpeln vor dem Start: Das Team um Rudolf Caracciola macht sich bereit für die Rekordfahrt.

Fachsimpeln vor dem Start: Das Team um Rudolf Caracciola macht sich bereit für die Rekordfahrt.

Geschwindigkeitsrekord
im 736-PS-Geschoss.

Heute, am 28. Januar 1938, braucht „Caratsch“, wie ihn viele nennen, keinen Regen. Heute müssen die Bedingungen optimal sein. Hier, auf der nagelneuen Autobahn zwischen Frankfurt und Darmstadt, wo es kein Gefälle gibt. Heute, da ist er sich sicher, wird er mit seinem Mercedes-Benz 12-Zylinder-Rekordwagen W 125 den Geschwindigkeitsrekord brechen. Die Mercedes-Benz Ingenieure haben in den Monaten davor bereits Höchstleistungen erbracht. Mit etlichen Verbesserungen wie Kolbenspiel, Vergasern, Ansaugkrümmern und Kompressorantrieb erhielt der 12-Zylinder einen nahezu perfekten Feinschliff.

Rudolf Caracciola bei seiner Rekordfahrt mit dem Mercedes-Benz W 125 am 28. Januar 1938 auf der Autobahn zwischen Frankfurt und Darmstadt. Über den Kilometer mit fliegendem Start stellt er einen neuen Rekord mit 432,692 km/h auf. Der 12-Zylinder-Motor leistet 736 PS/541 kW bei 5.800 U/min. Das Fahrzeug existiert noch heute und ist im Mercedes-Benz Museum zu bewundern.

Der 12-Zylinder-Motor leistet 736 PS/541 kW bei 5.800 U/min. Das Fahrzeug existiert noch heute und ist im Mercedes-Benz Museum zu bewundern.

cW-Wert einer Kugel.

Dank einer Höchstleistung von über 730 PS verfügt er über den stärksten Automobil-Motor, den Mercedes-Benz bis dato gebaut hat. Aber wird das reichen? Ist der Wagen sicher genug? Bereits einige Monate davor verlor das Vorgängermodell bei knapp 400 hm/h die Bodenhaftung. Es hob vorne ab.

Und der Wagen wurde noch schneller gemacht. Dank weiterer Modifikationen hat der nun 1.185 Kilogramm schwere, 6,2 Meter lange und 1,8 Meter breite Wagen mit 0,157 einen cW-Wert, der mit dem einer Kugel vergleichbar ist.

Caracciola wird am 28. Januar 1938 zum Start angeschoben und auf die Rekordfahrt geschickt.

Caracciola wird am 28. Januar 1938 zum Start angeschoben und auf die Rekordfahrt geschickt.

Höchste Geschwindigkeit
aller Zeiten.

An diesem wolkenverhangenen Morgen ist der Wagen bereits hochglanzpoliert, er wirkt kraftstrotzend. Und er ist im Vergleich zur Vorgängerversion deutlich sicherer geworden. Caracciola ist bereits um 5 Uhr an der Strecke. Doch er zwingt sich zu warten, bis der morgendliche Raureif abgetrocknet ist. Kurz nach 8 Uhr ist es so weit: Eingezwängt in das klaustrophobisch anmutende Cockpit unternimmt er eine erste Probefahrt. Er scheint fast selbst erstaunt, wie „wunderbar der Wagen auf der Strecke liegt“. Rudolf Caracciola, der keinesfalls als Draufgänger gilt, kennt nun kein Halten mehr. Die letzten Vorbereitungen werden getroffen, und zu Zeiten, wo andere ihren Alltag im Büro beginnen, setzt er zu einem Rekord an, den die Welt noch nicht erlebt hat: Zuschauer, Presse und die Ingenieure hören das Anlassen des Kompressormotors, der das Geschoss in Bewegung setzt. Viele halten den Atem an.

Rennplakat mit den Rekorden Caracciolas, die er am 28. Januar 1938 erzielt hat.

Ungebrochener Rekord –
bis heute.

Die Spannung dauerte nur kurze Minuten, dann kamen die ersten Zeiten des Versuchs. Der sogenannte „fliegende Kilometer“, der aus der vollständig beschleunigten Fahrt heraus gemessen wird, war mit 428,5 km/h bewältigt. Die Rückfahrt war nach einem Reifenwechsel sogar noch schneller. Im Mittel fuhr Rudolf Caracciola bei fliegendem Start 432,7 km/h. Die höchste je auf öffentlichen Straßen gefahrene Geschwindigkeit – ein Rekord, der bis heute ungebrochen ist.

Rudolf Caracciola (*30.01.1901 bis 28.09.1959)

Rudolf Caracciola (*30.01.1901 bis 28.09.1959)

Trauriger Unfall von
Freund und Konkurrent.

Und doch überwiegt an diesem Tag die Tragik. Denn sein Konkurrent und Freund Bernd Rosemeyer stirbt wenig später auf der Strecke bei seinem Versuch, die Bestmarke auf einem Wagen der damals ebenfalls erfolgreichen „Auto Union“ zu überbieten. Die Fortsetzung der Rekordfahrten wurde daraufhin abgesagt. Rudolf Caracciola aber fuhr weiter klassische Rennen. 1946 wollte er in Indianapolis starten, verunglückte jedoch beim Training, als ihm ein Vogel ins damals noch durch simple Brillen geschützte Gesicht schlug. 1952 versuchte er ein Comeback bei der Mille Miglia auf Mercedes-Benz 300 SL, wo er den vierten Platz belegte. Im selben Jahr nahm er die Schweizer Staatsbürgerschaft an und startete beim Großen Preis der Schweiz.

Dort musste er - bedingt durch einen schweren Unfall - seine Rennsport-Karriere endgültig beenden. „Caratsch“ erlag am 28. September 1959 in Kassel im Alter von 58 Jahren einem Leberversagen.

Mercedes-Benz 12-Zylinder Rekordwagen W 125 von 1938. Mit diesem Rekordwagen wurde auf der Autobahn Darmstadt-Frankfurt/Main durch Rudolf Caracciola ein neuer Rekord aufgestellt. Fliegender Kilometer: Durchschnittsgeschwindigeit 432 km/h.

Der Mercedes-Benz 12-Zylinder Rekordwagen W 125.

Mercedes-Benz baute Caracciolas Weltrekordwagen auf der Basis des Grand-Prix-Wagens W 125. Der V12 hatte mit
5576 cm³ zwar weniger Hubraum als der 8-Zylinder-Reihenmotor M 125, war aber flacher und aerodynamisch deutlich günstiger. Um ein Abheben des Vorderwagens zu verhindern, wurde die Karosserie neu entwickelt.

Unter anderem entfiel durch Umstellung der Motorkühlung auf Eis ein konventioneller Kühler, sodass die Lufteintrittsöffnung am Bug reduziert und der cw-Wert auf einen auch mit heutigen Fahrzeugen kaum erreichbaren Wert gesenkt werden konnte. Zusätzliche Vergaser ließen die Motorleistung des DAB-V12-Kompressormotors von anfangs 419 kW (570 PS) auf ca.
563 kW (765 PS) bei 5800/min steigen.


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