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Der Mercedes-Benz W 196 R ist eines der bedeutendsten Rennfahrzeuge der Nachkriegsgeschichte.

Mercedes-Benz Silberpfeil
unterm Hammer.

Bonhams versteigert ein Juwel der Renngeschichte.

Die Silberpfeile waren schon vor dem Krieg eine lebende Legende.

Geburt einer Legende.

1934. In der Eifel kann eine Gruppe junger Männer ihre Enttäuschung kaum verbergen: Das Internationale Eifelrennen auf dem Nürburgring steht kurz bevor – und der weiße Bolide, ein Mercedes-Benz W 25, ist ein Kilogramm zu schwer für die derzeit gültige 750-kg-Formel. Während alle Beteiligten sich den Kopf zerbrechen, was nun zu tun sei, hat einer eine so schlichte wie geniale Idee: Rennleiter Alfred Neubauer lässt den Legenden nach über Nacht den Lack abkratzen. Nunmehr silbern schimmernd kommt der Bolide ganz exakt auf das vorgegebene Gewicht. Das Fahrzeug geht an den Start und Manfred von Brauchitsch siegt in neuer Rekordzeit. Fortan nimmt ein unglaubliches Spektakel seinen Lauf:

Der „Silberpfeil“ erringt in den Folgejahren einen Sieg nach dem anderen, Doppel- und Dreifachsiege werden für das Team beinah zur Regel. Gekrönt von drei Europameisterschaftstiteln für Rudolf Caracciola ist mit den Silberpfeilen eine lebende Legende geboren.

1954 steigt Mercedes-Benz mit dem W 196 R nach dem Zweiten Weltkrieg wieder in den Grand-Prix-Rennsport ein.

Sternschnuppen der Rennbahn.

15 Jahre lang hatten die Menschen einander von den „Silberpfeilen“ und ihren spektakulären Erfolgen lediglich erzählen können. Der jähe Ausbruch des Zweiten Weltkriegs hatte das Engagement von Mercedes-Benz im Rennsport abrupt beendet. 1954 aber kehren die automobilen Sternschnuppen in den Kosmos der Formel 1 und des Grand-Prix-Sports zurück, um Fahrern wie Zuschauern aufs Neue ihre geheimsten Wünsche zu erfüllen: Pünktlich zum Großen Preis von Reims warten die Stuttgarter mit einem neuen Fahrzeug auf. Der W 196 R besticht mit zukunftsweisender Technik, die die Maßstäbe im Motorsport völlig neu definieren wird. Er gilt bis heute als einer der erfolgreichsten Rennwagen der Nachkriegsgeschichte.

Nicht umsonst fast so schnell wie ein Flugzeug: Die Motortechnik ist dem Flugzeugbau entlehnt.

Eine neue Motorkonstruktion
für den Rennsport.

Die Ingenieure in der Rennsportabteilung von Mercedes-Benz setzen beim W 196 R eine bahnbrechende Idee um: das Prinzip der Direkteinspritzung aus dem Flugzeugbau auf Automobile zu übertragen. In Zusammenarbeit mit Bosch werden alle relevanten Parameter – also unterschiedliche Drehzahl und Belastung, Düsen und Düsenanlage, Saugrohr und die probate Abstimmung der Einspritzpumpe – ermittelt. Das Ergebnis führt zu einer sensationellen Leistungsausbeute. Denn durch die erhebliche Reduktion des Benzinverbrauchs bei der Einspritzung verringert sich auch die Größe der Tanks. Das gesparte Gewicht und die gesteigerte Effizienz wiederum befähigen das Fahrzeug zu atemberaubenden Geschwindigkeiten. Um den Fahrzeugschwerpunkt so niedrig wie möglich zu halten, wird der 8-Zylinder-Motor schräg in das

Chassis eingebaut. Bis Ende 1955 wird er ständig weiterentwickelt. So wird er von seinen anfänglichen 256 PS im Jahr 1954 bis zum Ende seiner Laufbahn 1955 auf 290 PS gesteigert. Seine Höchstdrehzahl liegt zum Schluss bei bis zu 8.500 U/min.

Die nach innen versetzten Bremsen.

Gut gebremst ist halb gewonnen.

Für weitere Überraschungen sorgt die Wahl des Fahrzeuggestells und der Bremsen. Man entscheidet sich zunächst für nach innen versetzte Trommelbremsen, die auch beim abrupten Drosseln sehr hoher Geschwindigkeiten einen minimalen Verschleiß der Beläge mit sich bringen. Im Laufe der Konstruktionsentwicklungen werden die Trommeln nach außen verlegt. Durch diesen Kniff ergibt sich eine Gewichtsreduktion von weiteren 40 Kilogramm. 1955 werden außerdem Bremskraftverstärker eingebaut – zu jener Zeit eine Sensation im Rennsport.

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Mythos W 196 R

Die Hinterachse des Mercedes-Benz W 196 R.

Achse des Triumphs.

Anstatt der bereits in den 1930er-Jahren sehr populären De-Dion-Hinterachse favorisieren die Techniker für ihr jüngstes Rennjuwel eine neue Pendelachs-Konstruktion: Diese verlegt den Drehpunkt auf eine Stelle knapp zwei Zentimeter über der Fahrbahn. In Kombination mit der schrägen Einbaulage des Motors, einer sehr tiefen Kupplung und der optimierten Sitzposition des Fahrers kann der Gesamtschwerpunkt auf ganze 310 Millimeter über dem Boden gesenkt werden. Die Vorderrad-Aufhängung weicht kaum von jener der Vorkriegs-Grand-Prix-Wagen ab – wobei auch hier versucht wird, ein möglichst niedriges Gewicht zu erzielen. Eine kleine Revolution ist 1954 der hydraulische Teleskop-Stoßdämpfer, der mit dem Unteren der doppelten Querlenker verbunden ist: Bald wird er zum unabdingbaren Konstruktionsmerkmal aller Rennwagen.

Die neuartige Pendelachse kommt in der Folge auch im Serienautomobilbau von Mercedes-Benz zum Tragen, etwa bei den Modellen 220, 180 D, 300 SL oder 190 SL.

Start beim Großen Preis von Frankreich in Reims: Mercedes-Benz ist zurück.

Rückkehr nach dem
Zweiten Weltkrieg.

Bis zum Großen Preis von Frankreich war dieses Fahrzeug jedoch nur erlauchten Journalisten-Kreisen vorgeführt worden. Es galt als umstritten, ob der W 196 R wirklich in der gezeigten Form antreten würde. Zu überlegen schien er zu sein. 1954 in Reims ist es dann endlich so weit. Abertausende von Rennbegeisterten haben sich in Scharen versammelt, um Zeugen eines der fulminantesten Auftritte in der Formel-1-Geschichte zu werden. Von der allerersten Sekunde an ist jedem der Zuschauer klar: Diese Geschütze werden die Konkurrenz erbarmungslos auf die hinteren Plätze verweisen. Mit ihrer flachen Bauweise und der vollverkleideten Karosserie für schnelle Strecken wirken sie den Gefährten der Gegner auf den ersten Blick haushoch überlegen. Es überrascht niemanden, dass das Rennen – ganz in Tradition der Vorkriegs-

Silberpfeile – mit einem grandiosen Doppelsieg für Mercedes-Benz endet: auf dem ersten Rang liegt Juan Manuel Fangio, gefolgt von Karl Kling. Der dritte Fahrer im Bunde, Teamjüngster Hans Herrmann, ist die schnellste Rennrunde gefahren.

Die Liste der Siege des W 196 R.

Traum aller Formel-1-Piloten.

1954 ist der Doppelsieg in Reims lediglich der Auftakt eines neuerlichen Triumphzugs des silbernen Boliden der Stuttgarter Marke: Es folgen der erste Platz beim Grand Prix von Deutschland, der erste und dritte Platz in der Schweiz sowie der erste Rang in Monza, auf einer der legendärsten Rennstrecken der Welt. In der Folgesaison werden die W 196 R mit Bremskraftverstärkern versehen und übertreffen sich selbst: Doppelsiege bei den Grand Prix von Belgien, Italien und den Niederlanden und Siege in Aintree und Argentinien. Kurz: Es ist schon bald der Traum eines jeden Rennfahrers, einmal am Steuer eines Mercedes-Benz W 196 R an den Start gehen zu dürfen. Die Erfüllung dieses Wunsches ist allerdings nur wenigen Auserlesenen beschieden: Außer Juan Manuel Fangio – der sowohl 1954 als auch 1955 auf Mercedes-Benz W 196 R Weltmeister wird – zählen Stirling Moss, Hermann Lang, Hans Herrmann, Karl Kling und Piero Taruffi zu den Auserwählten.

Juan Manuel Fangio im W 196 R mit Chassisnummer 0006/54 am Nürburgring 1954.

Ein bisschen schneller gefahren, ein bisschen weiter gedacht.

Der fünffache Weltmeister Fangio, der mit dem W 196 R in seinen aktiven Jahren geradezu eine Mensch-Maschine-Einheit bildet, ist nicht nur bekannt für seinen begnadeten Fahrstil – sondern auch für seinen trockenen Humor. Auf die Frage eines Journalisten, wie er es geschafft hat, so oft die Konkurrenz abzuhängen, soll er einmal geantwortet haben: „Ich bin einfach nur ein bisschen schneller gefahren als der Zweitplatzierte.“ Sicherlich hat er aber auch einfach ein bisschen weiter gedacht. Die findigen Ingenieure von Mercedes-Benz hatten durchaus schon Anfang der 50er-Jahre die Notwendigkeit eines Monoposto mit freistehenden Rädern für kurvige Strecken erkannt. Doch es ist Fangios unbedingtes Beharren auf einem weiteren, optimierteren Fahrzeug, dem das Konstruktionsteam Folge leistet: Pünktlich zum Großen Preis von Deutschland am

Nürburgring Anfang August, steht das Chassis 0006/54 mit 2350 Millimeter Radstand als erster Rennwagen der Nachkriegsgeschichte mit freistehenden Rädern zum Einsatz bereit. Juan Manuel Fangio siegt souverän.

Das Chassis 0006/54 beim Start zum Großen Preis der Schweiz 1954.

Ein Stück Geschichte
unterm Hammer.

Es ist eben dieses Fahrzeug, in dem Fangio den ersten Großen Preis von Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg gewinnt. Ein historischer Erfolg, der dem stolzen Kanzler Konrad Adenauer ein überschwängliches Glückwunschtelegramm entlocken kann. Es ist auch dieses Fahrzeug, in dem der Argentinier den ersten Platz macht beim letzten Grand Prix, der auf Schweizer Boden stattfindet. So verwundert es nicht, dass das Chassis 0006/54 mit seinem 8-Zylinder, 290 PS und 275 km/h Spitze als einer der bedeutendsten historischen Rennwagen überhaupt gilt. Außerdem ist es der einzige Silberpfeil weltweit, der in privater Hand ist. Am 12. Juli 2013 wird die Preziose nun im Rahmen des Goodwood Festival of Speed vom renommierten Auktionshaus Bonhams versteigert. Kenner rechnen mit einem astronomischen Auktionspreis, der weit über allem liegt, was jemals für ein Auto erzielt wurde. Wie es sich für eine Sternschnuppe des Rennsports eben auch gehören würde.

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