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Emil Jellinek, seine Tochter Mercedes, die der Marke ihren Namen gab, und der berühmte Mercedes-Simplex 60 PS „Reisewagen“.

Emil Jellinek, der Beschleuniger.

Der Geschäftsmann verhilft der
Daimler-Motoren-Gesellschaft zu
weltweitem Erfolg – und einem berühmten Namen.

Emil Jellinek (links, Bildmitte, an der Gangway) mit seinem Mercedes-Simplex 60 PS um 1912 in Nizza, rechts seine berühmte Tochter Mercedes.

Emil Jellinek (links, Bildmitte, an der Gangway) mit seinem Mercedes-Simplex 60 PS um 1912 in Nizza, rechts seine berühmte Tochter Mercedes.

Jellinek, der Vorläufer und Namensgeber.

Wenn über die neue S-Klasse von Mercedes-Benz gesprochen wird, muss auch die Rede von ihren traditionsreichen Vorgängern sein, darunter der legendäre Mercedes-Simplex 60 PS von 1904, den sich der erfolgreiche Geschäftsmann Emil Jellinek als luxuriöse Reiselimousine karossieren ließ. Und wenn von der Marke Mercedes gesprochen wird, ist natürlich schnell die

Rede von der berühmten Namensgeberin, Jellineks Tochter Mercédès Adrienne Ramona Manuela – kurz: Mercedes . Nach ihr wurden von 1901 an die Wagen der Daimler-Motoren-Gesellschaft benannt, und unter ihrem Namen traten sie einen weltweiten Triumphzug an. Maßgeblich dazu beigetragen hat Emil Jellinek.

Emil Jellinek als Klassensieger des Semmering-Rennens 1899 am Steuer seines Daimler 16 PS Phönix-Wagens.

Emil Jellinek als Klassensieger des Semmering-Rennens 1899 am Steuer seines Daimler 16 PS Phönix-Wagens.

Der beste und zugleich schwierigste Kunde.

Doch wer war dieser Emil Jellinek? Um es kurz zu sagen: In dem österreichisch-ungarischen Geschäftsmann und Diplomaten hatte die 1890 gegründete Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG) zu Beginn des 20. Jahrhunderts ihren besten, aber zugleich schwierigsten Kunden. Der Kaufmann forderte von den Automobil-Pionieren immer stärkere, schnellere Fahrzeuge und lastete mit seinen Bestellungen die Produktionskapazität des Cannstatter Daimler-Werks nahezu aus. Ab 1906 allerdings kam es angesichts seiner technischen und wirtschaftlichen Forderungen zunehmend zur Entfremdung und schließlich zum Zerwürfnis zwischen Jellinek und der DMG.

Bis dahin hatte Jellinek sich kräftig in die Modellpolitik der Stuttgarter Automobilmarke eingemischt und als Generalvertreter in zahlreichen Ländern dem Unternehmen bereits in frühen Jahren weltweite Bekanntheit und immensen Erfolg beschert.

Emil Jellinek ist als Diplomat, Kaufmann und Versicherungsagent erfolgreich.

Emil Jellinek ist als Diplomat, Kaufmann und Versicherungsagent erfolgreich.

Erfolg als Geschäftsmann.

Emil Jellinek wird am 6. April 1853 in Leipzig als Sohn des Wiener Rabbiners Adolf Jellinek geboren. Obwohl in einer gelehrten Familie aufgewachsen, liegt ihm das Lernen nicht. Er wechselt mehrmals die Schulen, kommt bei einer Eisenbahngesellschaft unter und wechselt schließlich mit Hilfe des Vaters in den diplomatischen Dienst. Als ebenso erfolgreicher wie wohlhabender Tabakhändler und Versicherungsagent mit Büros in Wien und Nizza hat Jellinek bald Zutritt zu höheren Kreisen und ist stolz auf seinen Umgang mit dem europäischen Geld- und Hochadel. Ein umtriebiger Selfmade-Mann mit mondänem Lebensstil, dessen rasanter Aufstieg imponiert – und der sich früh für die Fortschritte des Automobils interessiert. Schon bald nach dessen Erfindung durch Gottlieb Daimler und Carl Benz im Jahr im Jahr 1886 wird Jellinek begeisterter Anhänger der neuen Fortbewegungsart. Nach ersten Versuchen mit einem Dreirad von De Dion kauft er einen vierrädrigen Benz Viktoria, der 1893 auf den Markt kommt.

Emil Jellinek und sein Chauffeur Hermann Braun in Baden bei Wien, 1898, mit Jellineks erstem Daimler, einem 6-PS-Doppel-Phaeton, den Jellinek direkt in Cannstatt erworben hat.

Emil Jellinek und sein Chauffeur Hermann Braun in Baden bei Wien, 1898, mit Jellineks erstem Daimler, einem 6-PS-Doppel-Phaeton, den Jellinek direkt in Cannstatt erworben hat.

1897: Erster Besuch in Cannstatt.

Zufrieden ist Jellinek mit den Fahrzeugen der damaligen Zeit aber nicht. Sie bleiben seiner Meinung nach hinter ihren Möglichkeiten zurück. Vom Benz spricht er als „Ungeheuer“ und vergleicht ihn mit einer kriechenden Spinne – ein Vorgeschmack seiner Hartnäckigkeit, mit der er den Konstrukteuren in Cannstatt immer neue Höchstleistungen abverlangt. Dorthin reist er erstmals 1897, durch eine Zeitungsannonce auf die Daimler-Motoren-Gesellschaft aufmerksam geworden, um seinen ersten Daimler zu bestellen. Als das Fahrzeug, ein 6-PS-„Riemenwagen“ mit 2-Zylindermotor, im Oktober 1897 geliefert wird, ist Jellineks Enttäuschung groß: Der Wagen ist ihm mit einer Höchstgeschwindigkeit von 24 km/h viel zu langsam. Jellinek verlangt 40 km/h (damals unerhört schnell!) und bestellt zwei weitere Fahrzeuge.

Die beiden im September 1898 ausgelieferten „Phönix“-Wagen mit einem vorn liegenden 8-PS-Motor sind die ersten Daimler-Automobile mit Vierzylindermotor. Der Beginn einer wechselhaften Geschäftsbeziehung.

Übergabe eines Dekrets des Saint-Charles-Ordens an Emil Jellinek (links) auf dem Grundstück der Villa „Mercedes" in Nizza.

Übergabe eines Dekrets des Saint-Charles-Ordens an Emil Jellinek (links) auf dem Grundstück der Villa „Mercedes" in Nizza.

Jellinek macht die pferdelosen Wagen berühmt.

Jellinek wirbt in den höchsten Kreisen für die Fahrzeuge aus Cannstatt. Und in Nizza, wo er die meiste Zeit verbringt, finden die pferdelosen Wagen großen Anklang. Jellinek ist als selbstständiger Händler tätig, sorgt als Marketingstratege für großen Absatz – und fordert von Daimler und Chefkonstrukteur Wilhelm Maybach immer wieder technische Neuerungen.

So überzeugt er sie davon, dass die Zukunft des Automobils in Geschwindigkeit und Eleganz liegt: „Wenn ich aus einem Automobil nicht mehr heraushole als aus einem Gespann, kann ich ebenso gut wieder mit Pferden fahren“, ist seine Überzeugung.

Blumenkorso in Nizza, um 1910: am Steuer Otto Zels, Neffe und Sekretär von Emil Jellinek.

Blumenkorso in Nizza, um 1910: am Steuer Otto Zels, Neffe und Sekretär von Emil Jellinek.

Als „Monsieur Mercedes“
in Nizza am Start.

Mit seinem Faible für Autorennen fordert Emil Jellinek von der DMG immer stärkere und schnellere Fahrzeuge und bestellt weitere Daimler „Phönix“ Wagen: Mit ihnen will er 1899 bei der Rennwoche in Nizza an den Start gehen. Jellinek meldet die Wagen unter seinem Pseudonym an – damals eine übliche Vorgehensweise – und verwendet dazu den Namen seiner 1889 geborenen Tochter aus erster Ehe: Mercedes. Durch Jellineks Aktivitäten und die Erfolge der Wagen bekommt der Name Mercedes in Automobilistenkreisen schnell einen guten Klang. Und Jellinek lässt sich auch von Rückschlägen wie dem tödlichen Unfall des Daimler-Werksfahrers Wilhelm Bauer bei der Rennwoche im März 1900 nicht bremsen:

„Es wäre kommerzieller Selbstmord, den Rennen fernzubleiben“, rät er.

Berühmte Namensgeberin: Emil Jellineks Tochter Mercedes.

Berühmte Namensgeberin: Emil Jellineks Tochter Mercedes.

Mercedes wird zum Markennamen.

In Cannstatt gibt man dem Drängen Jellineks nach und beginnt auf seine Anregung vom 2. April 1900 hin mit der Entwicklung eines neuen Motors, der leistungsstark und zugleich besonders leicht ist. Dieser wird auf Jellineks Empfehlung „Daimler-Mercedes“ getauft – „Mercedes“ taucht hier erstmals als eigenständiger Produkt- und Markenname auf. Für den neuen Motor konstruiert DMG-Chefkonstrukteur Wilhelm Maybach ein ebenso innovatives Automobil. Jellinek verpflichtet sich, ein festgelegtes Kontingent zu Werksabgabepreisen zu übernehmen und den Verkaufsgewinn mit dem Hersteller zu teilen. Jellinek bestellt 36 Fahrzeuge zum Gesamtpreis von 550.000 Mark – ein Großauftrag. Sozusagen nebenbei wird Jellinek daraufhin in den Aufsichtsrat der DMG gewählt und erhält weitgehende Vertriebsrechte in allen wichtigen Märkten. Bald wird in aller Welt über „Mercedes-Wagen“ gesprochen, auch dafür sorgt der gewiefte Selfmade-Mann.

Der erfolgreiche Mercedes 35 PS nach dem Bergrennen Nizza - La Turbie bei der Rennwoche von Nizza im März 1901.

Der erfolgreiche Mercedes 35 PS nach dem Bergrennen Nizza - La Turbie bei der Rennwoche von Nizza im März 1901.

Das erste moderne
Automobil der Welt.

Auf der Rennwoche in Nizza Ende März 1901 sorgen die Mercedes-Wagen für Furore: Der vom genialen Techniker Maybach neu entwickelte Mercedes 35 PS ist das erste moderne Automobil der Welt mit zahlreichen technischen Innovationen. Damit erhält das Automobil erstmals eine eigenständige Form, die mit der Kutschenbauweise nichts mehr gemein hat. Dafür aber erfolgreich ist: Mit zahlreichen ersten und zweiten Plätzen sind die Wagen aus Cannstatt eine Klasse für sich – und zwar gleichermaßen bei der Distanzfahrt Nizza – Aix – Salon – Nizza, dem Bergrennen Nizza – La Turbie wie auch den Meilenrennen in Nizza. Paul Meyan, Generalsekretär des Automobilclubs von Frankreich, prägt den denkwürdigen Satz: „Wir sind in die Ära Mercedes eingetreten.“

Die Erfolge bei den Rennen sorgen für reißenden Absatz, die Produktion ist bis 1904 ausverkauft. Am 23. Juni 1902 schließlich wird der Name „Mercedes“ als Warenzeichen angemeldet und am 26. September 1902 gesetzlich geschützt.

Zwei Automobilpioniere in Frankreich um 1905: Am Steuer C. L. Charley, DMG-Vertreter in Paris, rechts Emil Jellinek (mit hellem Hut).

Zwei Automobilpioniere in Frankreich um 1905: Am Steuer C. L. Charley, DMG-Vertreter in Paris, rechts Emil Jellinek (mit hellem Hut).

„Mercedes
war Trumpf.“

Emil Jellinek, der sich mit behördlicher Genehmigung von 1903 an Jellinek-Mercedes nennen darf, steht auf dem Gipfel seines Erfolges: „Wir hatten auf ganzer Linie gesiegt: Der Mercedeswagen war lanciert. Mercedes war Trumpf“, erinnert er sich später. Zugleich piesackt der Geschäftsmann die Herren in Cannstatt weiter mit Verbesserungsvorschlägen

– das Unternehmen solle sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen. Der Visionär, der sich seine Ideen spontan auf den weißen Hemdmanschetten zu notieren pflegt, kritisiert die lärmenden Zahnradgetriebe und bringt mit zunehmend rüdem Ton die Unternehmensführung gegen sich auf.

Emil Jellinek zeigte sich gern in ordengeschmückten Uniformen.

Emil Jellinek zeigte sich gern in ordengeschmückten Uniformen.

Trennung ab 1906.

Der immer neuen Forderungen und Ideen überdrüssig, löst die Daimler-Motoren-Gesellschaft ab 1906, befeuert durch die Wirtschaftskrise mit sinkenden Verkaufszahlen, ihre Geschäftsbeziehungen mit Jellinek und organisiert den Vertrieb neu. Jellinek sucht neue Herausforderungen im Automobilbau und initiiert die Gründung von zwei neuen Unternehmen, die eine Neuausrichtung der Österreichischen DMG zum Ziel haben. Das Werk in der Wiener Neustadt, seit 1902 eine Tochtergesellschaft der DMG in Stuttgart, soll auf die Produktion von Elektrofahrzeugen mit Radnabenmotoren nach dem System Lohner-Porsche ausgerichtet werden. Als Chefkonstrukteur engagiert Jellinek Ferdinand Porsche. Die Fahrzeuge mit dem innovativen Antrieb werden vom Markt nicht so begeistert aufgenommen wie erhofft, die Produktionsstückzahlen bleiben gering. Das Benzinautomobil ist inzwischen so zuverlässig und praxistauglich, dass Elektrofahrzeuge an Attraktivität und Bedeutung verlieren.

Werbeanzeige für den amerikanischen Markt  zu den Maja-Wagen der Österreichischen Daimler-Motoren-Gesellschaft.

Werbeanzeige für den amerikanischen Markt zu den Maja-Wagen der Österreichischen Daimler-Motoren-Gesellschaft.

Kein Erfolg mit dem „Maja-Wagen“.

Anfang 1907 setzte Jellinek als weiteres Standbein auf ein Benzin-Automobil mittlerer Größe, das er nach seiner Tochter „Maja“ Andrée „Maja-Wagen“ nennt. Der von Porsche konstruierte Wagen findet nur geringe Resonanz und kann sich am Markt nicht durchsetzen. Jellinek verlässt die Österreichische DMG und wendet sich enttäuscht vom Automobilbau ab. Seine diplomatische Karriere, die er 1907 wieder aufgenommen hat, wird durch den Ersten Weltkrieg jäh gebremst: Von den Franzosen wird Jellinek der Spionage verdächtigt, seine zweite Frau Madeleine, die er 1899 nach dem Tod von Mercedes’ Mutter geheiratet hatte, ist zugleich als Französin in Österreich verdächtig. Das Kriegsende erlebt Jellinek nicht mehr: Er stirbt am 21. Januar 1918 im Alter von 64 Jahren in Genf. Auch wenn nicht alle seine Projekte so erfolgreich waren wie die ersten Mercedes-Wagen, haben die

Marke Mercedes-Benz und der Automobilbau Emil Jellinek viel zu verdanken. Daran erinnert nicht nur der Reisewagen im Museum in Stuttgart, auch der Markenname Mercedes-Benz hat sein Lebenswerk unsterblich gemacht.

Stolzer Vater der berühmten Namensgeberin: Emil Jellinek und seine Tochter Mercedes.

Emil Jellinek: Autodidakt und Autonarr.

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