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Auf einem Streifzug durch Los Angeles verrät Jesse, warum sie ihre Entwürfe vor Ort produziert, warum ihr die Arbeit nie ausgehen wird und was sie mit ihrem 1985er Mercedes-Benz „Big Blue“ verbindet.

Auf leichtem Fuß in L.A. mit Jesse Kamm.

Zusammen mit Freunde von Freunden besuchen wir die Designerin Jesse Kamm, die mit ihrer Mode einen bewussten, handgemachten Ansatz verfolgt.

Text: Claire Cottrell, Dana Covit / Fotos: Claire Cottrell
Nach ihrer Ankunft in Los Angeles knüpfte Jesse Kamm Kontakte ins Modelbusiness.

Schlicht schön.

Jesse Kamm verströmt eine Gelassenheit, die auch ihr schlicht-schönes Atelier – ein Hinterzimmer ihres Domizils im Nordosten L.A.s – auszeichnet. Doch diese entspannte Ruhe zwischen handgefertigtem Holzmobiliar, einem Schrank voller Musterbögen und inspirierenden Naturtableaus spiegelt nicht nur ihren Designanspruch, sondern auch die grundsätzliche Idee, dass die einfachen Dinge oft die besten sind. Daran sind Jesses Eltern sicher nicht ganz unschuldig, die diese Philosophie selbst als Keramikerin und Ragtime-Gitarrist verfolgen, aber auch ihr Ehemann, ein Surfer, der sich nach seinem Studium der Umweltwissenschaften ganz der Erde und Nachhaltigkeit verschrieben hat. Auf einem Streifzug durch Los Angeles verrät Jesse, warum sie ihre Entwürfe vor Ort produziert, warum ihr die Arbeit nie ausgehen wird und was sie mit ihrem 1985er Mercedes-Benz „Big Blue“ verbindet.

Für Jesse Kamm ist jeder Tag, den sie mit Stoffen, Knöpfen und Farben verbringt, etwas Neues.

Die erste Nähmaschine.

Wie bist du eigentlich zur Mode gekommen?
Nach meiner Ankunft in Los Angeles bin ich erst einmal ins Modelbusiness gerutscht. Nach insgesamt viereinhalb Jahren als Model fühlte ich mich dann ziemlich ausgelaugt, hatte aber mein grundsätzliches Interesse an der Mode nicht verloren. Also habe ich mich bei Resurrection beworben, da mir gesteckt wurde, dass ich wahrscheinlich nirgendwo mehr über Mode lernen würde als unter Mark Haddawy. Also habe ich jede Woche zwei Tage dort verbracht, umgeben von all diesen unglaublichen, perfekten Schnitten von Issey Miyake, Comme des Garçons, Halston oder Jean Muir – und ihm einfach nur zugehört. Mark hat mir beigebracht, wie man Knöpfe richtig annäht oder beschädigte Stoffe repariert. Irgendwann schenkte mir jemand eine Nähmaschine, und ich entwarf eine Reihe kleiner, schlichter Baumwolljersey-Kleider. Dann machte mir jemand bei Ron Herman Komplimente für mein

Kleid – und als ich erwiderte, dass es selbstgemacht sei, wurde ich gefragt, was so ein Kleid denn kosten würde. Auf mein spontanes „500 Dollar?“ reagierte die Frau mit: „Super, dann nehme ich zehn.“ Sie war die Eigentümerin vom Pariser Colette – wo Jesse Kamm dann erstmals vertrieben wurde.

Zu ihrem Alltag gehört auch, zu kontrollieren, ob Stoffe rechtzeitig eintreffen, ob den Färbern alle nötigen Materialien und Infos vorliegen oder ob auch die richtigen Knöpfe bestellt wurden.

Mit Musterkoffer und Geschichten bewaffnet.

Mittlerweile bist du seit acht Jahren als Designerin aktiv. Wie hat sich dein Label und Anspruch seither verändert? Und was ist beim Alten geblieben?
Unternehmerisch hat sich eigentlich nichts geändert. Meinem Freund und Mentor, Mark Haddawy, verdanke ich den vielleicht besten Rat. Er empfahl mir gleich zu Beginn, „langsam und organisch zu wachsen.“ Mit der Zeit habe ich so Beziehungen zu Geschäften aufgebaut, deren Ausrichtung und Ethos mir sympathisch sind; Läden, die meine Marke wirklich verstehen und auch ihren Kunden richtig vermitteln können. Ich bin für alle Vertriebsangelegenheiten zuständig und fliege zweimal jährlich nach New York, um dort meine Kollektion zu vermarkten. Dabei fühle ich mich manchmal wie ein klassischer Vertreter aus den 1950ern, allein mit einem Musterkoffer und einer Geschichte bewaffnet.

"Alles, was ich nicht selbst erledige, bleibt einfach liegen", meint Jesse Kamm.

Ein-Frau-Betrieb.

Wie können wir uns einen typischen Jesse-Kamm-Arbeitstag vorstellen?
Eigentlich mache ich – als Ein-Frau-Betrieb – jeden Tag etwas anderes. Das artet natürlich in permanentes Multitasking aus. Heute habe ich zum Beispiel mit meiner Familie gefrühstückt, meinen Sohn zur Schule gebracht und dann hier im Studio der Frühjahrskollektion hinterhertelefoniert. Also, ob die Stoffe rechtzeitig eintreffen, ob den Färbern alle nötigen Materialien und Infos vorliegen, ob auch die richtigen Knöpfe bestellt wurden usw. Danach habe ich an der Herbst/Winter 2014-Kollektion weitergearbeitet – deshalb liegen hier auch überall Farbmuster herum. Es passiert also immer sehr viel gleichzeitig, und jeder Tag ist anders. Aber mittlerweile bin ich da sehr effizient geworden… denn alles, was ich nicht selbst erledige, bleibt einfach liegen!

Zu den wichtigsten Dingen in Jesse Kamms Leben gehören vor allem ihr Mann und ihr Sohn, aber auch ihr Auto steht oben auf der Liste.

Lieblingsdinge.

Verrätst du uns vielleicht ein paar deiner Lieblingsshops, Restaurants und Cafés hier in deiner Gegend?
Ich liebe den Eiskaffee im La Mill, ein entspanntes Essen im Cortez (ohne Kind) – oder im Forage, wenn mein Sohn mit dabei ist!

Ohne was könntest du nicht leben?
Da gibt es einiges. Mein Mann und mein Sohn stehen natürlich ganz oben auf der Liste, aber auch mein Auto ist mir ziemlich wichtig.

Irgendwann konnte sich Jesse ihren großen Traum erfüllen, einen Mercedes-Benz zu besitzen.

Treuer Begleiter, Baujahr 1985.

Erzähl uns von deinem Auto.
Am Anfang, zu Zeiten der Labelgründung, habe ich noch halbtags gearbeitet. Als dann zum ersten Mal etwas Geld hereinkam, habe ich meine Collegeschulden abbezahlt, meinen Eltern einen Hawaiiurlaub spendiert – und mir selbst „Big Blue“ geleistet. Wir haben damals in Austin Freunde besucht, und deren Eltern besaßen diesen unglaublichen Mercedes-Benz. Ich meinte nebenbei im Gespräch, dass sie mir gern Bescheid geben dürfen, falls sie ihn irgendwann einmal verkaufen möchten, da ich schon immer davon geträumt hatte, einen Mercedes zu besitzen und ihn auf Biodiesel umzurüsten. Zwei Tage später bot mir ihr Vater den Wagen per E-Mail an. Also haben wir uns in den Flieger gesetzt, das Auto gekauft und per Road-Trip durch den US-Westen nach Hause überführt. Ein paar Tage zuvor hatten wir uns verlobt. Es war eine tolle, kathartische Reise mit Zwischenstopps im texanischen Marfa und in Palm Desert.

Das war bis dato mein größter Kauf, und für das „Mädchen vom Land“ ging damit ein Traum in Erfüllung, auch wenn der Wagen Baujahr 1985 ist. Mittlerweile freue ich mich seit sieben Jahren über dieses Auto.

Die grundsätzliche Idee, dass die einfachen Dinge oft die besten sind, hat Jesse nicht zuletzt auch von ihren Eltern.

Bewusstsein und Achtsamkeit.

Deine Familie versucht grundsätzlich, möglichst bewusst zu leben. Was können wir alle tun, um unser Leben noch ein Stück zu vereinfachen?
Wenn ich in meiner Produktion bewusst positive Weichen stellen kann – und Modefans bei mir einkaufen – dann hat das hoffentlich geringere Umweltauswirkungen, als wenn sie sich bei den großen Massenherstellern eindecken. Ich trage eigentlich nur meine eigenen Entwürfe – oft auch Modelle von vor acht Jahren. Für mich gilt auch heute noch, dass man Löcher stopft und ausgelatschte Sohlen erneuert. Ich bin kein Kind der Wegwerfgesellschaft. Man sollte sich einfach immer wieder ins Gedächtnis rufen, wo alles herkommt – und was dafür erforderlich war. Es geht um Bewusstsein und Achtsamkeit.

Vielen Dank für diesen schönen Tag und die spannenden Einblicke in deinen Designprozess, Jesse!
Dieser Beitrag wurde in Zusammenarbeit mit Freunde von Freunden produziert.
Weitere Fotos und Eindrücke zu Jesse, ihrer Arbeit und ihrem Westküstendomizil gibt es  hier


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