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Der Fotograf Olaf Heine stellt im Mercedes me Store Hamburg sein aktuelles Bildband vor.

Brazil - ein Portrait eines Landes.

Der Fotograf Olaf Heine stellt im Mercedes me Store Hamburg seinen aktuellen Bildband vor.

Text: Aldona Kwiatkowski / Fotos: Olaf Heine/Galerie Camera Work
Der Berliner Fotograf Olaf Heine wirft einen Blick hinter die Fassaden des Landes.

Das Land wirken lassen.

„Wenn man in Ipanema am Strand steht, sieht man wunderschöne Körper, ein tolles Meer und beeindruckende Häuser. Dreht man sich um 180°, schaut man auf eine der größten Favelas“, beschreibt der Berliner Fotograf Olaf Heine sein Bild von Brasilien, das er in dem gerade veröffentlichten Bildband „Brazil“ festgehalten hat.

Bisher war Heine vor allem für seine Fotografien von Musikern, Schauspielern und Sportlern bekannt, die eher Geschichten erzählten als dokumentarische Momentaufnahmen zu sein. So inszenierte er beispielsweise Iggy Pop als kraftprotzenden Boxer. Das Porträt eines Landes zu zeichnen, ist hingegen eher ein Prozess. Insgesamt reiste Heine in einem Zeitraum von dreieinhalb Jahren, acht mal nach Brasilien und blieb jedes Mal für mehrere Wochen.

Zunächst wollte er das Land eigentlich nur auf sich wirken lassen und den Spuren des Meisters moderner Architektur, Oscar Niemeyer, folgen. Erst nach Monaten, als er bereits einiges an Material produziert hatte, kam ihm der Gedanke, dass es ein größeres Projekt werden könnte.

Eine Auswahl der Fotos von Heine gibt es aktuell im Mercedes me Store Hamburg zu sehen.

Von der Copa Cabana an die Binnenalster.

Das Ergebnis dieser Unternehmung ist nun in Form von 250 Seiten im teNeues Verlag erschienen. Eine Auswahl der Fotos gibt es aktuell im Mercedes me Store Hamburg zu sehen. Gerade eröffnet, präsentiert der Store an der Binnenalster nicht nur neue Mercedes-Benz Modelle, sondern dient auch als urbanes Spielfeld für kreative Ideen. Jeden Monat wird ein Programm zu wechselnden Themen von einem anderen Gastgeber kuratiert. Den Anfang macht der Musiker Finn Martin zum Thema Sport. Neben den Brasilien-Fotografien von Olaf Heine, finden hier Konzerte von Hamburger Bands sowie Panels und Workshops statt. Am Tag nach der Eröffnung treffen wir Olaf Heine, um mit ihm über die Kurven Brasiliens,

die Wahl seiner Motive und das Girl von Ipanema zu sprechen. In der Fotogalerie gibt es weitere Impressionen von der Eröffnungsparty im Mercedes me Store Hamburg.

Vielen Locations sind Tipps gebürtiger Brasilianer.

60er Jahre Kultur Brasiliens.

Lass uns mit deinem Buch anfangen, oder am besten mit dem Land in dem es entstanden ist. Was fasziniert dich an Brasilien?
Ich war schon immer von der 60er Jahre Kultur Brasiliens beindruckt – von der Bossa Nova Musik von z.B. João Gilberto oder Gilberto Gil, der Architektur von Oscar Niemeyer und natürlich dem Fußball, der Mannschaft von Pelé und Garrincha. Nach meinem letzten Buch 2009 war mir klar, dass ich zunächst kein weiteres Buch mit Musiker- und Schauspielerporträts machen möchte. Ich habe überlegt, worauf ich schon immer mal Lust hatte und mir wurde klar, dass ich unbedingt mal nach Brasilia wollte, um mir die Architektur von Niemeyer tatsächlich anzuschauen. Also bin ich einfach hingeflogen – und war natürlich sofort fasziniert von der Stadt. Ich bin dann weiter rumgereist, habe sehr

schnell einen Zugang zu der Kreativszene bekommen und durfte auch Oscar Niemeyer treffen. Er war zu dem Zeitpunkt bereits 103 und hat noch immer jeden Nachmittag in seinem Büro gearbeitet.

Die Architektur der Sechziger hat Olaf Heine schon immer beeindruckt.

Auf den Spuren Niemeyers.

War es schwer, an ihn heranzukommen?
Ja, auf jeden Fall. Er ist ja eine Legende in Brasilien.

Wie hast du es angestellt?
Ich hatte zwei Magazine, die an einer Mode-Architektur Geschichte in Brasilien interessiert waren. Ich habe dann vor Ort Modestrecken fotografiert und so auch überhaupt mein Buchprojekt finanziert. Über die Magazine habe ich dann auch den Kontakt zu Niemeyers Büro bekommen. Es hat dann aber trotzdem noch lange gedauert, bis ich ihn treffen konnte. Meine Produzentin stand regelmäßig mit seinem Büro in Kontakt und nach mehreren Wochen hieß es dann „kommt heute Nachmittag vorbei“. Das Treffen war wirklich nur eine halbe Stunde und er war schon sehr krank. Aber trotzdem – ich hab durch meinen Job zwar schon einige bekannte, wichtige Leute getroffen, aber das hier war schon etwas anderes. Ich war hinterher tatsächlich sprachlos und schwer beeindruckt – er hat einfach Großes geschaffen.

Heine portraitiert sowohl die farbenfrohen als auch tristen Seiten des Landes.

Saudade – Sehnsucht.

Was unterscheidet dein Buch von anderen Brasilien-Büchern? Was hast du anders gemacht?
Ich hoffe, dass ich etwas geschaffen habe, das zeitloser ist. Zum einen durch das Schwarz/Weiße, aber auch durch die Art, wie ich fotografiere. Ich habe zwar auch die Copacabana fotografiert, aber ich wollte nicht nur die tollen Körper an den Stränden oder nur den Fußball fotografieren. Mir ging es tatsächlich darum, eine Verbindung zwischen den Linien von Oscar Niemeyer und den Linien des Landes und den Linien der Menschen zu schaffen. Ich sage nicht: Das ist Brasilien. Aber das ist eine Seite von Brasilien. Was mich fasziniert hat, ist, dass Brasilien nach außen eigentlich ein sehr farbenfrohes, grelles und leidenschaftliches Land ist. Aber es hat auch eine andere Seite: seien es die Favelas, sei es die Gewalt, sei es aber auch die Melancholie.

Eines der bedeutendsten Wörter im Portugiesischen ist saudade – Sehnsucht. Mein Buch hatte lange den Arbeitstitel „Saudade“. Ich mag Schönheit und Leichtigkeit, aber ich mag auch Schwere und Melancholie.

Auch die Menschen prägen das Gesicht eines Landes.

Das richtige Motiv.

Wie hast du deine Motive gefunden?
Die haben mich gefunden, glaube ich. Für so ein Projekt liest und recherchiert man natürlich viel. Auf den ersten Reisen war ich wie gesagt auf den Spuren Niemeyers unterwegs. Ich habe den von ihm entworfenen Präsidentenpalast in Brasilia fotografiert, aber auch sein früheres Wohnhaus in der Nähe

von Rio, das Casa das Canoas. Ein großartiges Gebäude, eingelassen im satten Grün des Regenwaldes. Für die Modeproduktionen haben wir auch ständig nach Locations geschaut und im Laufe der Zeit lernt man mehr und mehr Leute kennen, die einem weitere Tipps geben.

Viele Fotos sind am Rande von Heines Modeshootings entstanden.

Großartige Begegnungen.

Und die Menschen, die du porträtiert hast, waren das zufällige Begegnungen?
Teilweise sind es die Models, mit denen wir für die Modeproduktionen zusammengearbeitet haben. Ich habe tagsüber die Modestrecken fotografiert und abends dann in einer anderen Location mit ihnen Aktaufnahmen oder Porträts gemacht. Viele Fotos sind somit am Rande entstanden. Wiederum andere Menschen habe ich direkt kontaktiert, wie Mariana de Moraes. Sie ist die Enkelin von Vinicius de Moraes, einer der berühmtesten Dichter Brasiliens. Er hat den Text von „The Girl from Ipanema“ geschrieben. Ich habe Mariana besucht, und dann sind wir mit der Gitarre ihres Opas ans Meer gefahren. Das war ein großartiger Moment.

Das brasilianische Lebensgefühl beeinflusst den dokumentarischen Stil der Fotografie von Heine.

Dem Zufall mehr Raum geben.

Welchen Einfluss hatte das Land auf deine Arbeitsweise?
Ich würde mal von mir behaupten, dass ich ein sehr geradliniger, fokussierter Mensch bin, vor allem in meiner Arbeit. Ich überlege mir die Konzepte vorher ziemlich detailliert und auch bei der Umsetzung läuft alles recht geplant. In Brasilien musste ich mich umstellen. Das Land ist einfach ein bisschen lockerer, entspannter, weicher; da passieren Dinge nicht unbedingt immer gleich auf den ersten Schlag. Man muss dann einfach auch mal Dinge passieren lassen. Ich glaube, ich habe im Laufe der Zeit dann schon anders gearbeitet als ich es von mir kannte. Ich habe dem Zufall mehr Raum gegeben. Ich habe auch dokumentarischer fotografiert als zuvor. Und das ist schon auch dem Lebensgefühl dort geschuldet.

Die Ausstellung „Brazil“ von Olaf Heine ist noch bis zum 28. Juni 2014 im Mercedes me Store Hamburg zu sehen. In Berlin kann man sich die Fotografien u.a. in der CWC Gallery  anschauen.


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