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Zwischen Downtown LA und dem Sierra-Gebirge findet Künstler und Designer Dave Kinsey Zeit für kreative Höhenflüge – und unser Mixed Tape #55-Cover.

Dave Kinsey: Zwischen Kunst und Kampagnen.

Zwischen Downtown LA und dem Sierra-Gebirge findet Künstler und Designer Dave Kinsey Zeit für kreative Höhenflüge – und unser Mixed Tape #55-Cover.

Text: Hannes Thornhammar / Fotos: Manfredi Gioacchini Studio
Dave Kinsey entwarf Wandbilder für das Standard Hotel, Wodkaflaschen für Absolut und Logos für Pharrell Williams.

Street-Cred.

Eigentlich begann alles mit einem großflächigen Graffiti, das der damals junge Skater auf einer Pittsburgher Schnellstraße entdeckte. „Diese massive Präsenz und Anonymität hat mich einfach magisch angezogen“, so Dave Kinsey. Mittlerweile hat der fast 43-jährige Meisterkollaborateur Wandbilder für das Standard Hotel, Wodkaflaschen für Absolut und Logos für

Pharrell Williams entworfen. Sein Designstudio BLK/MRKT, das er gemeinsam mit dem OBEY-Künstler/Designer Shepard Fairey gründete, ist unter anderem für Lifestyle-Branding von Adidas, Heineken und Mountain Dew verantwortlich und hängt dabei in Sachen Street-Cred die großen New Yorker Agenturen locker ab.

Kinseys Kunst wird mit der Bewegung um Shepard Fairey und diversen anderen Urban oder „Street“ Artists assoziiert.

Welle der Leichtigkeit.

Doch während seine kommerziellen Kollaborationen unbestreitbar erfolgreich, stilsicher und souverän sind, interessiere ich mich noch viel mehr für seine persönlichen Werke. Denn seit dem Studioumzug von Downtown LA in das Sierra-Gebirge gibt Kinseys künstlerische Arbeit immer mehr Geheimnisse preis. Angereichert mit intensiver emotionaler Energie, die ebenso chaotisch wie stimmig wirkt,

geben diese Werke den wahrscheinlich besten Einblick in Dave Kinseys Innenleben. „In meiner Malerei drücke ich Dinge aus, die sonst nicht unbedingt zur Sprache kommen“, lautet die leicht kryptische Erklärung. „Nach jedem Werk erlebe ich eine Welle der Leichtigkeit und Befreiung.“ Eine Antwort, die neue Fragen aufwirft – die wir dem Künstler dahinter im Interview stellen.

Dave Kinsey wurde 1971 in Pittsburgh geboren.

Über den Tellerrand hinaus.

Die meisten Menschen assoziieren deine Kunst mit der Bewegung um Shepard Fairey und diverse andere Urban oder „Street“ Artists. Bekannt wurde dieses Kollektiv vor allem für seine Arbeit außerhalb traditioneller Kunstgrenzen – wie hat damals eigentlich alles angefangen?
Das war ungefähr die Zeit, als ich Sachen wie Punk, Hip Hop oder Skate-Kultur für mich entdeckte. Die rohen, ungefilterten Ausdrucksmöglichkeiten dieser Genres, ihr Respekt für Originalität und die scheinbare Abkehr von gängigen Regeln, haben mich fasziniert. Damals stellten all diese Sachen noch eine klare Abkehr von der Norm, vom gängigen Lebensstil dar, und diese neue Energie fand in der Kunst ihren visuellen Ausdruck.

Kinsey überträgt mit Hilfe von Farbe und Komposition Botschaften ins Visuelle.

Kreatives Chaos.

Du kommst eigentlich aus dem Grafikdesign – wie hat das deine Kunst geprägt?
Mein Kreativprozess wird vor allem logistisch von meinen Grafikerfahrungen beeinflusst. Ich weiß, wie man Prozesse – von der ersten Idee bis zum fertigen Werk – besser und effizienter erledigt. Außerdem ist Design bis zu einem gewissen Punkt fester Bestandteil der Kunst, also verfolge ich einige der gleichen Prinzipien – Farbe, Komposition und wie man Botschaften ins Visuelle überträgt. Der grundsätzliche Bildaufbau spiegelt meine Sicht der Welt: Es wimmelt nur so von Dingen, die oft gleichzeitig passieren, was ich durch die ganzen Schichtungen und das vorherrschende Chaos vermitteln möchte.

Er ist für seine emotionsgeladenen Gemälde genau so bekannt, wie für seine Werbebotschaften.

Kunst vs. Werbung.

Unterscheidest du dabei überhaupt zwischen Kunst und Werbung?
Ja. Obwohl ich in beiden Welten unterwegs bin, gibt es definitiv eine klare Trennung zwischen Kunst und Werbung. Andererseits denke ich auch, dass die meisten Werbekampagnen viel kreativer sein und künstlerische Elemente einfließen lassen könnten. Werbung funktioniert vor allem visuell – und viel davon beleidigt einfach das Auge. Das ist auch Teil der BLK/MRKT-Philosophie. Einige meiner persönlichen Werke wurden zwar kommerziell verwertet – z.B. auf einem Weinetikett – aber die meisten Werbe- und Designansätze unterscheiden sich deutlich von der Kunst. Man sollte allerdings nicht vergessen, dass vor den Zeiten moderner Werbung Kunst das Marketingmedium der Kirchen, Könige und Diktatoren war.

Während seines Kreativprozesses hört er je nach Stimmung von Rock, Jazz über Hip Hop bis Indierock und Klassik.

Losgelöst.

Wie kam es überhaupt zur Gründung des BLK/MRKT-Design-Studios?
Ich habe BLK/MRKT 1997 zusammen mit meinem Designkollegen Shepard Fairey gegründet. Wir wollten die Regeln der vorherrschenden Mainstream-Werbelandschaft auf den Kopf stellen. Große Konzerne, die auf den Jugendmarkt abzielten, trafen einfach nicht den richtigen Ton ihrer Zielgruppe, und auch die Bildsprache war schlicht daneben. Und BLK/MRKT hat vom ersten Tag an Gleichgesinnte angezogen: Designer, Maler, Regisseure und sogar Musiker. Wir haben erst einmal in einer relativ kleinen Stadt (San Diego, Kalifornien) angefangen, wo man sich leicht über den Weg lief. Coolerweise ist fast jeder, mit dem wir einmal zusammengearbeitet haben, später erfolgreich geworden,

d.h. die geballten Ideen und die Energie, die dort im Austausch entstanden sind, kam allen zugute. Ich fühle mich immer noch privilegiert, denn wir konnten uns mehr oder weniger unsere eigene Welt zurechtschneidern, ohne für eine Agentur arbeiten zu müssen. 

Seine Bilder spiegeln Kinseys Sicht der Welt: Es wimmelt nur so von Dingen, die oft gleichzeitig passieren.

Zukunftsmusik.

Du hast in dieser Zeit mit vielen spannenden und kreativen Menschen zusammengearbeitet – wer steht in Zukunft noch auf deiner Wunschliste?

Frank Gehry. Seine Arbeit ist einfach zeitlos. Außerdem scheint er seinen Anspruch nicht vom Status Quo oder finanziellen Anreizen verwässern zu lassen – und ich habe großen Respekt vor seiner Integrität.

Eines Tages würde er gerne mit Frank Gehry zusammenarbeiten.
Per Stift konnte ich meine eigenen Welten erschließen und durch meine Fantasie reisen.

Inwieweit wurde dein künstlerisches Talent schon in deiner Kindheit erkannt oder gefördert?
Um ehrlich zu sein kann ich mich nicht daran erinnern, jemals nicht gezeichnet zu haben. Ich habe nie groß darüber nachgedacht, obwohl ich mich täglich damit beschäftige. Es war eine Art Mittel zum Zweck – per Stift konnte ich meine eigenen Welten erschließen und durch meine Fantasie reisen. Die Kunsthochschule war allerdings ein großer Aha-Moment, da mir dort klar wurde, dass ich davon auch leben könnte.

Viele Künstler brauchen Musik zur Arbeit. Was läuft denn so bei dir im Studio?
Ja, auch für mich ist Musik ein essenzieller Teil des Kreativprozesses. Mein Geschmack ist extrem breit gefächert und schwankt – je nach Stimmung – von Rock und Jazz über Hip Hop bis Indierock. Manchmal sogar Klassik.

Das Mixed Tape-Cover ist ganz im hauseigenen Stil gestaltet: abstrakte Geometrie trifft feinste Linien, grobe Pinselstriche und ein modernistisches Farbenspektrum.

Florale Schönheit.

Und was wäre dein Lieblings-Albumcover?
Oh, das ist schwierig. Es gibt so viele tolle Beispiele. Wahrscheinlich Pink Floyds „Dark Side of the Moon“ – absoluter Kult und visuell extrem effektiv.

Vielen Dank für das Interview, Dave! Für das kommende Mercedes-Benz Mixed Tape #55 hat Dave Kinsey ein exklusives Cover entworfen.


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