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Im Blick der Paparazzi: die Mercedes-Benz A-Klasse in Slowenien.

Der Paparazzi-Faktor.

Gastbeitrag des Sleek-Magazins: Wie die Paparazzi-Perspektive hartnäckiger Fotojournalisten mittlerweile Kunst und Mode beeinflusst.

Autor: Sleek Magazine
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Der Begriff des Paparazzi, der 1960 mit Federico Fellinis 1960er Klassiker La Dolce Vita Eingang in unsere Sprache fand, ist klar negativ belegt. Wer „Paparazzi“ hört oder liest, denkt unweigerlich an verletzte Privatsphären, rücksichtslos ruinierte Existenzen, tätliche Angriffe oder medienwirksame Prozesse. Als rein ästhetisches Stilmittel hat das direkte Abknipsen, das Paparazzi-typische Auflauern, Jagen und Blitzgewitter, allerdings überraschend nachhaltigen Einfluss auf Mode und Kunst oder auch “seriösere” Bildgebungsspielarten wie Dokumentationen oder Straßenfotografie.

Weegee (Usher Fellig, bzw. der „Papa der Paparazzi”) war einer der ersten seiner Art, der Prominenten heimlich nachstellte, aber als dokumentarischer Fotograf wilderte er auch viel im Polizeirevier, um Verkehrsunfälle, Straftaten oder Morde festzuhalten. In den 1950er und 1960er Jahren machte Fellinis Paparazzo-Vorbild Tazio Secchiaroli die Straßen Roms unsicher, während seine Kollegen Edward Quinn und Daniel Angeli Berühmtheiten an der Cote d'Azur auflauerten.

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Ein Jahrzehnt später zog es die Teleobjektiv-Träger vor allem nach Hollywood, wo das Genre seine erste künstlerische Blüte erlebte. Während Über-Paparazzo Ron Galella bei einer unerfreulichen Begegnung mit Marlon Brando ein paar Zähne aufs Spiel setzte (und später vor jedem mutmaßlichen Zusammentreffen mit dem Schauspieler extra einen Schutzhelm anlegte), heuerte Weegee-Fan Helmut Newton für ein Linea-Italiana-Shooting sogar echte Paparazzi an, die gemeinsam mit den Models für ihn posierten und so eine neue, gestellte Realität erschufen. Selbst in der Kunstwelt kam der Paparazzi-Stil zu Ehren und zog zeitweise sogar die Malerei in ihren Bann. Ob Richard Hamiltons Swingeing London , angelehnt an ein Foto von Mick Jagger (und seinem Galeristen), der nach einem Drogendelikt in Handschellen abgeführt wurde, oder Warhol und Richters Versionen der trauernden Jackie Kennedy nach der Ermordung ihres Mannes – der Pathos und die Verletzlichkeit, die Paparazzi-Fotos manchmal wie zufällig einfangen, üben auch auf die Kunstwelt ihren ureigenen Reiz aus.

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Während die goldene Paparazzi-Ära der Sechziger und Siebziger vor allem durch glamouröse Stars und die gewitzte Frechheit, Schnelligkeit und den teils genialen Einfallsreichtum der Fotografen geprägt wurde, setzt die heutige Paparazzi-Meute eher auf schmierige Details und billige Sensationslust, was dem Genre jeglichen Anspruch raubt. Dominiert durch „Mogule“ wie den Australier Darren Lyons, der sich selbst gern als Mr. Paparazzi bezeichnet und mit Gerüchten, Klatsch und Eigenlob um sich wirft, hat die aktuelle Garde der Boulevard-Stalkerazzi einen besonders schlechten Ruf, was sich nicht zuletzt an einer Rache-Aktion des VICE-Magazins (selbst nicht unbedingt für unaufdringlichen Journalismus bekannt) ablesen lässt: Ihre Doku Stalking the Paparazzi dreht den Spieß einfach um und bedrängt die Prominenten-Verfolger mit den eigenen Mitteln. Brad Elterman, Mitbegründer der Fotoagentur Buzz Foto , in Los Angeles, versucht momentan, das Genre mit einem neuen künstlerischen Anspruch zu beleben. Der Spross einer kunstsammelnden Familie begann seine Paparazzo-Karriere 1975 im zarten Alter von 19 und machte bald visuelle Jagd auf Idole wie David Bowie .

Buzz Foto beschäftigt „brillante Fotografen, die ihr Handwerk lieben“ und setzt auf Bilder mit Strahlkraft, die nicht nur in Magazinen glänzen, sondern auch im klassischen Galerie-Kontext – und der Erfolg seiner ersten Ausstellung in der Seyhoun Gallery auf der Melrose Ave (2008) gibt ihm Recht.

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Auch in der Mode hat der Paparazzi-Stil schleichend Einzug gehalten, nicht zuletzt durch die aktuelle Schwemme der Streetstyle-Blogger, die von etablierten Magazinen wie Vogue oder Harper’s Bazaar oft eindrucksvolle Summen für Bilder von Models bei Modenschauen oder auch in der Öffentlichkeit erhalten. Der „Pate“ des Genres, Streetfashion-Blogger Scott Schuman von The Sartorialist arbeitet nebenbei für Publikationen von Rang und Namen, u. a. Vogue Italia und GQ, wenn seine Bilder nicht gerade in großen Werbekampagnen für The Gap oder Verizon zum Einsatz kommen. Gerade im Modebereich kommen die talentiertesten Fotografen immer öfter von der Straße und nicht aus dem üblichen Studioumfeld. Im gewissen Sinne verwandelt die Verbreitung von Überwachungstechnik, Digitalkameras und Sofort-Uploads uns alle in potenzielle Paparazzi – oder Opfer des öffentlichen Knipsens. Denn wenn Millionen sozialer Ereignisse und Partys unmittelbar im Anschluss mit der Öffentlichkeit geteilt werden, hat die „Pap Culture“ Einzug in unseren Alltag gehalten. Wer weiß – vielleicht werden wir ja sogar berühmt, wenn wir einfach nur oft genug ausgehen und immer wieder abgelichtet werden?

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Pigozzis Doppelporträt-Serie aus den 1970er Jahren, „Pigozzi & Co” , nimmt dieses Phänomen vorweg. Anstatt den Reichen und Berühmten aufzulauern, kultivierte Pigozzi langfristige Beziehungen zu seinen „Opfern“, so dass seine Bilder keinem Einbruch in ihr Privatleben gleichkamen, sondern eher den Charakter einer dezenten Einladung hatten. Die genannte Bildserie zeigt Pigozzi gemeinsam mit seinen berühmten Freunden, die Köpfe beneidenswert nah beieinander, und nur der ausgestreckte Arm, der die Kamera auf das eigene Gesicht richtet, verweist auf die Rollenumkehr. Doch abgesehen von ihren bekannten Protagonisten spiegeln diese Bilder nichts so sehr wie all die Fotos, die wir mittlerweile täglich, stündlich, minütlich auf unseren Social-Media-Kanälen an uns vorbeirauschen lassen.

Diese visuelle Überwachung unseres Lebens – durch uns selbst und andere – ist mittlerweile so weit verbreitet und selbstverständlich, dass Projekte wie 9eyes des kanadischen Künstlers Jon Rafman wieder in eine gegensätzliche Richtung zielen. Hier durchforstet der Künstler den nicht abreißenden Bildstrom der Google Street View-Kameras nach unerwarteten Bild-Kombinationen und besonderen Alltagsmomenten.

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Sleeks Fotostrecke der neuen Mercedes-Benz A-Klasse in Slowenien der Berliner Fotografin Lina Grün zitiert mehrere der aufgeführten Ansätze, um so zu verdeutlichen, wie die Paparazzi-Methoden auch außerhalb ihres traditionellen Einsatzgebiets erstaunliche Ergebnisse bringen können. Einst das alleinige Werkzeug investigativer Fotojournalisten, hat dieser Ansatz nun den Sprung ins Künstlerische geschafft und erweitert damit die ästhetische Landschaft um viele spannende Überraschungsmomente.

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