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Unser aktuelles Mixed Tape #52-Cover ist ein echter Blickfang. Entworfen hat es die angesagte australische Künstlerin Kirra Jamison.© Amanda Fordyce

Kirra Jamison – Hundstage zwischen Leinwand und Schlagzeug.

Kirra Jamison zählt zu Australiens gefragtesten Gegenwartskünstlern –
und hat unser aktuelles Mixed Tape #52-Cover entworfen.

Text: Johannes Keil / Fotos: Amanda Fordyce
Immer dabei: Die vierbeinige Tallulah. © Amanda Fordyce

Ein treuer Begleiter.

Unser neuestes Mixed Tape-Cover ist ein echter Blickfang – und seine Urheberin bereits bestens in der Melbourner Kunstszene verankert, auch wenn der große Sprung vom fünften Kontinent in den Rest der Welt noch bevorsteht. Seit sieben Jahren widmet sich Kirra Jamison ganz der Kunst: Im heimischen Studio verschwimmen schnell die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben. Während dieser konzentrierten, ausgedehnten Kreativperioden leistet ihr vor allem ein treuer Begleiter Gesellschaft: die vierbeinige Tallulah, die mit dem fröhlichen Temperament einer energischen französischen Dogge für den nötigen Auslauf und gesunden Kontakt mit der Außenwelt sorgt. Irgendwo zwischen Illustration und Malerei dekonstruiert Kirra mit intuitiver Sicherheit ihre Themen und Protagonisten.

Scheinbar zufällig neu zusammengewürfelt entwickeln diese Versatzstücke beunruhigend eindringliche, faszinierende Qualitäten. Wir trafen die mehrfach ausgezeichnete Künstlerin, um mit ihr über Arbeit, Inspirationen und die australische Kunstszene zu plaudern.

"Ich bin mittlerweile daran gewöhnt, rund um die Uhr zu rotieren. Dieses Chaos gefällt mir sogar besser", sagt Kirra Jamison. Sie hat viel vor. © Amanda Fordyce

Geordnetes Chaos.

Du hast kürzlich die Eröffnung deiner bisher größten Einzelausstellung gefeiert. Herzlichen Glückwunsch! Wie fühlt sich das an?
Vielen Dank! Die eigentliche Eröffnung fand vor ein paar Wochen in der Gaffa Gallery in Sydney statt. Mittlerweile kommt es mir so vor, als wären seitdem schon hundert Jahre vergangen! Hier in meinem Atelier arbeite ich gerade an meinem nächsten Projekt, bzw. an neuen Bildern für The Design Files Open House. Noch habe ich ein paar Monate Zeit und lasse es deshalb eher ruhig angehen. Ich war ehrlich gesagt noch nie so ausgelastet wie in diesem Jahr und bin mittlerweile daran gewöhnt, rund um die Uhr zu rotieren. Dieses Chaos gefällt mir sogar besser.

Vor ein paar Tagen habe ich in Melbourne einen Vortrag der 17-jährigen Modebloggerin Tavi Gevinson gesehen, die auf die Frage nach ihrem gewaltigen Arbeitspensum schlicht erwiderte, dass „man Aufschieben am leichtesten vermeidet, wenn man so viel zu tun hat, dass es schlicht unmöglich wird.“ Das kommt mir irgendwie bekannt vor.

Die Kunstszene in Melbourne ist sehr lebendig und es gibt viele Ausstellungsräume und Ateliers, die von Künstlern selbst betrieben werden. Eines davon ist das von Kirra Jamison. © Amanda Fordyce

Lebendiges Down Under.

Du bist in Sydney aufgewachsen und wohnst mittlerweile in Melbourne. Ist Australien ein guter Standort für Künstler?
Ich glaube, dass sich eigentlich jeder Ort der Welt für die Kunstproduktion eignet. In Australien, und besonders hier in Melbourne, haben Künstler glücklicherweise viele Möglichkeiten, ihre Kunst der Öffentlichkeit zu präsentieren. Die Kunstszene ist sehr lebendig und es gibt viele Ausstellungsräume und Ateliers, die von Künstlern selbst betrieben werden, aber auch viele Museen und kommerzielle Galerien. Auch die Street-Art-Szene ist sehr aktiv. Es wäre wahrscheinlich eher schwierig, in Melbourne zu leben und gar nichts mit Kunst zu tun zu haben! Anders als in London oder New York haben es Künstler in Melbourne nicht ganz so schwer, von ihrer Kunst zu überleben.

Außerdem ist Melbourne deutlich kleiner, und vielleicht kommt mir auch deshalb das Leben hier etwas einfacher vor. Man wird nicht gleich von der Stadt verschluckt.

Abgesehen von ihrem Ateilier zählen in Melbourne die Straßenbahnen, der gute Kaffee und die lange Dämmerung zu den Lieblingsaspekten von Jamison. © Amanda Fordyce

Lieblings-
aspekte.

Melbourne ist auch für seine hervorragenden Restaurants bekannt. Was macht die Stadt ansonsten noch so besonders?
Da wären die Straßenbahnen, der Kaffee… der Kaffee in Melbourne ist wirklich gut. Man muss sich echt anstrengen, um einen schlechten serviert zu bekommen.

Und im Sommer genießt man die wunderschöne, lange Dämmerung – einer meiner Lieblingsaspekte. Im Sommer wimmelt es in all den schönen Stadtparks gegen 21 Uhr nur so von Menschen. Außerdem ist Melbourne sehr flach und lässt sich somit am besten per Fahrrad entdecken.

Für das Cover ließ sich Jamison von warmen, leuchtenden Farben inspirieren. © Amanda Fordyce

Beat the heat.

Kommen wir zum Cover der aktuellen Mercedes-Benz Mixed Tape #52-Compilation. Was genau steckt dahinter – und was hat dich dazu inspiriert?
Ich habe mich von der “Beat The Heat”-Thematik inspirieren lassen. Während ich am Cover gearbeitet habe, herrschte auf der anderen Erdhalbkugel Hochsommer, also habe ich vor allem warme, leuchtende Farben verwendet. Beim Wort „Beat“ muss ich unwillkürlich an ein Schlagzeug denken, also habe ich mit den klassischen Formen von Basstrommel, Becken und Snare-Drum herumgespielt und die jeweiligen Umrisse aus farbigem Vinyl ausgeschnitten, um daraus eine abstrakte Collage zu basteln, die an den Ursprung des Beats erinnert.

Ohne Musik in ihrem Atelier zu arbeiten könnte sich Kirra Jamison nicht vorstellen. © Amanda Fordyce

Optimistisch und kantig.

Welche Rolle spielt die Musik in deinem Leben und für deine Arbeit?
Ich verbringe jeden Tag etwa acht Stunden in meinem Atelier, und das würde ich ohne gute Musikversorgung wahrscheinlich gar nicht aushalten. Musik spielt bei meiner Arbeit eine zentrale Rolle. Obwohl ich selbst völlig unmusikalisch bin, könnte ich mir ein Leben ohne Musik nicht vorstellen.

Könntest du deine Kunst in drei Worten auf den Punkt bringen?
Zum Beispiel: optimistische, kantige Malerei.

Yoga schafft ein gutes Gleichgewicht für die Künstlerin.

Körper und Geist.

Wo findet man dich normalerweise an einem Sonntagmorgen?
An einem normalen Sonntagmorgen – bzw. auch an allen anderen Tagen – bin ich wahrscheinlich in einem Yogakurs. Yoga ist für mich sehr wichtig, und ich praktiziere es jeden Tag. Obwohl Malen etwas sehr Physisches hat, bewegt man sich dabei relativ wenig und verbringt eventuell den ganzen Tag auf dem gleichen Fleck Yoga bewegt meinen Körper und beruhigt die Seele – also das genaue Gegenteil der Malerei. Das schafft ein gutes Gleichgewicht.

Vielen Dank für dieses Interview, Kirra!
Lesen Sie auf  mb! by Mercedes-Benz das vollständige Interview.

Mehr Informationen zu Kirra Jamison finden Sie außerdem hier


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