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Mit der Lichtbox kreiert Bene Rohlmann aus Drucken echte Illustrationen. © Florian Reimann

Mixed Tape #53 Cover Künstler
Bene Rohlmann.

Die richtige Mischung macht’s: Im Fall von Bene Rohlmann ist es die
Kombination aus Illustration, Pinselstrichen und einem Kopf voller Visionen.

Text: Sissy Dille / Fotos: Florian Reimann
Bene Rohlmann in seinem Studio in Berlin-Wedding. © Florian Reimann

Musikalische Ernte.

Bene Rohlmanns detailverliebte Kunst wirkt lange nach. Die allgegenwärtige Flora und Fauna, illustriert im Stil der mexikanischen Totenkulte, trifft auf die geliebten Helden alter Disneycomics und ergießt sich über verspielte Elemente antiker Landkarten. Für das aktuelle Mixed Tape Cover hat Bene Rohlmann das Leitmotiv „Musikalische Ernte“ in Szene gesetzt: Musikinstrumente und Metronome mischen sich unter die für den Künstler typischen Bildzeichen und gehen eine ungewöhnliche Symbiose ein. Bene ist in Münster geboren und studierte dort Illustration. 2010 brachte die klassische Berlin-Lovestory den Künstler in die Hauptstadt. Die Konstellation in seinem Privatleben hat sich geändert, die Liebe zur Stadt ist geblieben. Bei einem Besuch in seinem Studio in Berlin-Wedding konnten wir einen Einblick in den vielschichtigen Arbeitsprozess des Künstlers gewinnen – und er verriet uns, wo man in Berlin am besten an alte Comics rankommt.

Enzyklopädien gehören zur Grundlage seiner Collagen. © Florian Reimann

Experimentierfreude im Fabrikgebäude.

Was magst du am meisten an deinem Studio?
Generell bevorzuge ich es, meinen Arbeitsraum mit anderen zu teilen. Es motiviert mich einfach zusätzlich, wenn Menschen um mich herum sind. 
Und die Location ist gut: ein altes Fabrikgebäude, etwas heruntergekommen – ich mag das. Was mir nicht so gefällt: Der Ofen dort ist zwar sehr schön, nur funktioniert er leider nicht. Im Winter frieren wir hier oder kommen gar nicht erst her (lacht).

Wie entstand die Idee für das Mercedes-Benz Mixed Tape #53 Cover?
Der Titel „musikalische Ernte“ bringt viel mit sich. In vielen Werken verwende ich Bilder von Pflanzen und organischen Elementen, die habe ich diesmal mit Drums und anderen Musikinstrumenten verknüpft und viel experimentiert.

Wozu ist die Lichtbox, die in deinem Studio steht?
Die benutze ich, wenn ich das Bild digital zeichne und dann ausdrucke. Mit der Lichtbox zeichne ich an dem Ausdruck mit Bleistift weiter. So entsteht eine echte Illustration, nicht nur ein Druck.

Mit Schere und Skalpell – das Werkzeug des Künstlers. © Florian Reimann

Aus alt mach neu.

Deine Arbeiten sind sehr filigran und mit vielen Details akribisch verziert. Wirst du manchmal ungeduldig oder ist das deine Art zu entspannen?
In der Tat, meine Arbeit entspannt mich. Generell bin ich geduldig – nur wenn es darum geht, lange auf Dinge zu warten, die eigentlich nicht lange dauern sollten, werde ich sehr ungeduldig. Aber beim Zeichnen bin ich ganz entspannt. Ich kann stundenlang sitzen und kleine Schnipsel ausschneiden, Details zeichnen und dabei ein Hörbuch hören.

Woher nimmst du die Papierschnipsel für deine Kunstwerke?
Ich schneide sie aus alten Enzyklopädien aus. Oder aus alten Disney- oder Marvel-Comics. Ich liebe Comics. Ich bin mit ihnen aufgewachsen und sie liegen mir noch heute am Herzen.

Visuell mag ich ihre Wirkung auf meine Zeichnungen. Aus Enzyklopädien schneide ich meist schwarz-weiß Bilder aus und mische sie mit den kleinen, bunten, vergilbten Bildchen – das ergibt einen schönen Effekt.

Der Künstler findet antike Comics und Magazine auf Flohmärkten. © Florian Reimann

Flohmärkte.

Fühlt es sich seltsam an, die Comics zu zerschneiden, die man jahrelang gesammelt hat?
Die Comics, die ich für meine Grafiken verwende, sind nicht aus meiner Sammlung. Ich kaufe diese auf dem Flohmarkt. Es wäre schrecklich meine eigenen Comics zu zerschneiden - das würde ich nie tun!

Gibt es einen Flohmarkt, den du empfehlen kannst?
Ich mag den Flohmarkt am Boxhagener Platz am liebsten. Jeden Sonntag findet der statt – die Atmosphäre ist inspirierend und ich finde dort eine Menge guter Bücher, die ich für Collagen verwenden kann.

Für das Mixed Tape Cover #53 arbeitete der Künster mit der Lichtbox. © Florian Reimann

Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Du hattest bereits ein paar Ausstellungen in den USA. Wie fühlt sich das an? Ist es immer noch etwas Besonderes oder ist es das Tagesgeschäft?
Ich wünschte, es wäre mein Tagesgeschäft (lacht). Wobei dieses Jahr ein sehr gutes für mich war.

Ich habe einige Ausstellungen in den USA gemacht und hoffe das geht in Zukunft auch so weiter. Aber manchmal ist es auch schwierig mit Galerien im Ausland zu arbeiten: Man schickt seine Kunstwerke weit weg und weiß nie, wie die Reaktionen darauf sind, oder ob sie überhaupt ankommen.

Musik spielt eine große Rolle im Leben des Künstlers. © Florian Reimann

Loslassen.

Wie fühlt es sich an, wenn du ein Kunstwerk verkaufst? Gibst du es gerne weg?
Meist fühlt es sich nicht so gut an, weil ich viel Zeit und Gedanken in meine Kunstwerke lege und eine Bindung dazu aufbaue. Ich bin immer sehr kritisch mit meinen Arbeiten, aber am Ende mag ich das Resultat. Wenn jemand ein Bild kauft, bekomme ich etwas Geld, aber dieses Geld ersetzt zunächst nicht dieses eine Kunstwerk. Ich kann aber nicht all meine Arbeiten sammeln - wohin damit? Es ist aber natürlich auch ein schönes Gefühl, wenn jemand ein Bild kauft, um es in seinem Wohnzimmer aufzuhängen. So fällt mir das Loslassen von meinen Bildern leichter.

Bene Rohlmann lebt und arbeitet seit 2010 in Berlin. © Florian Reimann
Ich mag Berlin.

Wo siehst du dich in naher Zukunft?
Gute Frage. Ich mag Berlin, also denke ich, ich werde hier für eine Weile bleiben. Ich würde aber auch gerne in die USA oder nach Kanada gehen. Nur um mal woanders zu leben. Ich möchte die Welt ein bisschen mehr erforschen und gerne länger an einem Ort sein, als ein paar Wochen. Letztendlich spielt es aber keine Rolle, wo ich lebe, sondern, dass es sich gut und richtig anfühlt.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das aktuelle Mixed Tape #53 Cover zum kostenlosen Download gibt es hier
Mehr Information über den Künstler: www.pearpicker.de


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