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Der Singer-Songwriter RY X stürmte mit seiner geheimnisvollen Single "Berlin" die internationalen Charts.

RY X - frisch geerdet in LA.

Tief in den Topanga Hills hat Singer-Songwriter RY X ein neues Zuhause gefunden – und verrät uns, warum ihn seine neue Wahlheimat kreativ beflügelt.

Text: Mandy Kahn / Fotos: Shelby Duncan
Ry X hat sich den Traum vom Leben in Kalifornien erfüllt.

Kalifornische Küsten-Romantik.

Ob Joni Mitchell, Graham Nash, Woody Guthrie oder Marvin Gaye – viele Größen der Musikgeschichte haben sich vom Topanga Canyon bei Los Angeles inspirieren lassen. Auch der australische Singer-Songwriter RY X, dessen geheimnisvolle Single „Berlin“ die internationalen Charts stürmte und auf YouTube bereits mehr als zwei Millionen Mal abgerufen wurde,

ist mittlerweile in der ruhigen, küstennahen Hügellandschaft zuhause. Am Vortag seiner Europatour nahm sich Ry Cuming (bürgerlicher Name) noch einmal Zeit, um uns Einblick in seine kleine Oase, aber auch in seine Arbeitsweise, sein Faible für kleine Konzerte und seine Liebe zum Meer zu geben.

Ry X liebt das Netzwerk in L.A.

Die Nähe zum Meer.

Ry, als relativer Neuzugang in dieser Stadt siehst du LA wahrscheinlich noch mit etwas anderen Augen. Welchen Eindruck hast du von der Kreativszene in Los Angeles gewonnen?
Neben der Nähe zum Meer, die mir sehr wichtig ist, hat mich an LA vor allem das gute Netzwerk gereizt. Die hiesige Kunstszene ist nicht so sehr von Konkurrenz geprägt, sondern eher von gegenseitiger Unterstützung und Inspiration. Außerdem sind die Genregrenzen nicht so eng gesteckt, und es kommt zu vielen Kollaborationen. So etwas finde ich sehr sympathisch. Ich selbst habe schon mit dem Tanzkollektiv WIFE zusammengearbeitet, aber auch mit befreundeten Regisseuren und Fotografen, d.h. man kann hier relativ unkompliziert ganz unterschiedliche Sachen anleiern und spannende, genreübergreifende Projekte angehen. Dafür bietet LA optimale Bedingungen.

Liebt auch Europa und Australien: Ry X.

Die Magie der Landschaft.

Ich sage immer, dass ich in Los Angeles wohne, weil ich finde, dass ich hier einfach meine beste Arbeit produziere.
Lustig, genau das sage ich selbst ziemlich häufig. Meine australische Heimat – die Gegend um Byron Bay – ist wirklich magisch, und auch in Europa gibt es diese besondere Energie, die meine Arbeit beflügelt, aber in LA bin ich einfach am produktivsten; hier kann ich meine Arbeit mit der Welt teilen. Irgendwie ironisch, dass ich schon länger nichts mehr in den Staaten veröffentlicht habe. Mein Schwerpunkt ist ganz klar Europa, obwohl ich bewusst hier in Kalifornien lebe. Ich denke schon manchmal darüber nach, einfach nach Europa zu ziehen und später vielleicht nach Australien zurückzugehen. Aber LA ist ein wirklich angenehmer Ort zum Arbeiten und um mit anderen zusammen wirklich erstklassige Sachen auf die

Beine zu stellen – da tut sich in LA gerade eine ganze Menge. Die Stadt bringt dich irgendwie dazu, dein Bestes zu geben, wirklich exzellente Dinge zu kreieren und dieses Niveau auch zu halten – das ist mir gerade sehr wichtig.

Nimmt die Energie der Geographie auf: Ry X.

Energie der Geografie.

Schreibst du deine Songs auf einmal und an einem bestimmten Ort, um eine Art geografische Klammer zu schaffen?
Dieser Gedanke, also die Energie in mir und der Umgebung in meinen Songs einzufangen, ist mir sehr sympathisch. Dadurch entwickelt die Musik einen stärkeren Sog. Irgendwann muss man sich für die besten Stücke entscheiden. Mir ist aufgefallen, dass die meisten dieser Highlights aus einer Quelle stammen. Also nehme ich lieber zwei Tage am Stück auf und nutze das Material dann als Grundlage, da darin eine bestimmte Energie mitschwingt, die sonst schnell verloren gehen kann. Wenn man den Ort wechselt, ist man plötzlich unterschiedlichen Einflüssen und Inspirationen ausgesetzt. Am schwierigsten ist, diesen Geist möglichst roh, ehrlich und ungefiltert festzuhalten, dann etwas Abstand zu nehmen und die Songs aus der Distanz neu zu beurteilen. Erst dann kann man wirklich sagen, „okay, das Ganze ist in sich stimmig und gehört zusammen.“

Nach dem Aufwachen macht der Songwriter erst einmal etwas Yoga.

Der Tag beginnt am Meer.

Wie startest du normalerweise in den Tag?
Ein guter Tagesbeginn ist für mich sehr wichtig. Ich muss mich geerdet und verbunden fühlen, um einen sicheren Blick für mich und meine Arbeit zu entwickeln. Nach dem Aufwachen mache ich erst einmal etwas Yoga und meditiere, um mich zu erden, damit ich beim Aufklappen des Rechners – wenn ich

mit einem Haufen Emails aus Europa konfrontiert werde – mit gutem Gefühl die richtigen Entscheidungen treffe. Oder ich laufe erst einmal zum Meer und surfe eine Runde, denn der Ozean war schon immer Teil meines Lebens. So starte ich normalerweise in den Tag.

Der Künstler bevorzugt kleinere Konzerte.

Der gemeinsame Puls.

Was ist dir lieber – große Konzerte oder kleine Auftritte?
Kleine – naja, mittelgroße Konzerte. Mir fällt es schwer, eine echte Beziehung zu meinem Publikum aufzubauen, wenn ich die Leute nicht sehen kann oder wenn sie meilenweit entfernt sind. Kleine, intime Konzerte, in denen die Leute dicht gedrängt stehen und gemeinsam etwas erleben, sind mir da viel lieber. Wenn Menschen für ein Konzert zusammenkommen, entwickeln sich bestimmte Synergien, und man ist automatisch von dieser Energie umgeben. Es ist einfach schön, wenn die Leute im Publikum diesen gemeinsamen Puls spüren und erleben können. Laut Studien nähern sich sogar die Herzschläge von Menschen an, die sich in einem Raum aufhalten – sie entwickeln eine Art unterschwelliger Verbundenheit. Deshalb wäre meine Antwort: lieber kleinere Konzerte.

"Musik ist ein bisschen wie moderner Gottestdienst".

Die moderne Spiritualität.

Im Fotobuch zu einer Diplo-Tour kann man sogar bildlich sehen, wie der Beat die Leute im Publikum zusammenbringt – sie sind alle klar miteinander verbunden.
Es ist ein bisschen wie ein moderner Gottesdienst. Musik

sollte etwas Spirituelles haben und Menschen etwas aus ihrem Alltag herausholen. Zumindest manchmal. Doch die Energie, die dahinter steckt, ist wirklich kostbar. Und sie ist etwas, wonach sich die Leute vielleicht auch unbewusst sehnen und deshalb gemeinsam so etwas erleben möchten.

Braucht nach seinen Konzerten Ruhe: Ry X.

Der schüchterne Star.

Triffst du nach deinen Konzerten eigentlich gern ein paar Fans?
Direkt danach bin ich eher schüchtern. Eigentlich fühle ich mich unter Menschen wohl, aber direkt nach einem Auftritt komme ich mir eher nackt und verletzlich vor. In Berlin ist das etwas anders, weil man da meist erst um zwei, drei, vier oder fünf im Club auf der Bühne steht und alles sowieso etwas anonymer ist. Aber nach normalen RY X-Konzerten – die u.a. in relativ kleinen Kapellen oder Kirchen stattfinden, sodass ich dem Publikum direkt nach dem intensiven Auftritt und Austausch auf der Bühne plötzlich auf einer ganz anderen Ebene begegnen müsste – kann ich nicht einfach vor die Tür gehen und locker mit den Leuten plaudern. Selbst im Backstage-Raum brauche ich erst einmal etwas Ruhe, um wieder herunterzukommen. Danach lege ich meine

emotionale Rüstung wieder an, bevor ich mich draußen den Leuten stelle. 

Vielen Dank für dieses Interview, Ry, und deine Einladung in diese traumhaft friedliche Hügeloase.


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